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In Österreich, Deutschland und der Schweiz wächst der Widerstand gegen den Migrationspakt der UNO

Der „Global Compact for Migration“ der UNO – ein umstrittener internationaler Migrationspakt – soll am 11. Dezember 2018 in Marokko durch die einzelnen Staaten unterzeichnet werden. USA, Ungarn und Australien sind bereits aus den Verhandlungen zum GCM ausgestiegen, weil sie ihre nationale Souveränität bedroht sehen.

Angesichts der weitreichenden Folgen des Migrationspaktes „Global Compact for Migration“ (GCM) der UNO wächst in Österreich, Deutschland und der Schweiz der Widerstand gegen die Unterzeichnung. Gegen den Plan, der das massenweise Umsiedeln von Menschen forciert, stellen sich vermehrt Politiker, Bürgerrechtler und Aktivisten und rufen zum Stopp des Paktes auf.

Ziel ist es, durch Unterschriftensammlungen Volksabstimmungen über den Beitritt zum Migrationspakt durchzusetzen. So gibt es eine Petition namens „Globalen Migrationspakt der UNO stoppen – nationale Souveränität erhalten!“ die den UNO-Vertretern dieser drei Ländern überreicht werden soll.

In Deutschland rief die Initiative „Bürgerrecht Direkte Demokratie“ die Petition „UN-Pläne stoppen: Globalen Pakt und Massenmigration verhindern“ ins Leben. Hier haben bisher 230.780 Menschen unterzeichnet.

Die USA, Ungarn und Australien sind bereits aus den Verhandlungen zum GCM ausgestiegen, weil sie ihre nationale Souveränität bedroht sehen.

Für die Deutsche Bundesregierung scheint es hingegen keine Bedenken zu geben. Ihrerseits ist keine Kritik zu dem GCM zu hören, auch informiert sie die Bevölkerung nicht über den Stand der Verhandlungen, den Inhalt und wer aus Deutschland in die Verhandlung und spätere Unterzeichnung involviert ist.

Widerstand gegen GCM wächst in Deutschland

Aus den Medien war zu erfahren, dass Heiko Maas als deutscher Außenminister die „Political Declaration of the Rabat Process“ beim Treffen im Mai in Marokko, eine eng mit dem GCM verzahnte Vereinbarung, unterzeichnete. Aus einer Antwort auf eine Anfrage der AfD an die Bundesregierung geht hervor, dass das Auswärtige Amt die Federführung zur Formulierung der Position der Bundesregierung im GCM übernommen hat.

In der Antwort auf die AfD-Anfrage heißt es auch, „Nationale Hoheitsrechte werden durch den Globalen Migrationspakt weder eingeschränkt noch übertragen. Rechtliche Verpflichtungen werden nicht begründet. Eine förmliche Befassung des Bundestages ist daher nicht erforderlich“, erklärt die Bundesregierung.

Die AfD sah das anders und brachte die anstehende Unterzeichnung des GCM in eine Bundestagsdebatte ein. Martin Hebner, MdB der AfD-Fraktion und Mitglied im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union und gleichzeitig Mitglied im Europarat sieht in dem Globalen Pakt für Migration die Gefahr, dass er zum Signal für eine nie da gewesene Völkerwanderung wird, die vor allem in die Sozialsysteme Europas erfolgen wird.

Zudem erklärt der Abgeordnete: „Mit dem Global Compact for Migration würden wir die Steuerung über die Migration in unserem Land verlieren.“ Die kritische Resonanz zum GCM im Bundestagsdebatte zum GCM war ernüchternd, wie Hebner der Epoch Times gegenüber bestätigte.

Um den Migrantionspakt zu stoppen, richtete die AfD jetzt eine Internetseite ein, wo sie über die bereits geäußerten Kritikpunkte hinaus deutlich macht, dass mit dem GCM keine Integration in die Kultur der Einwanderungsländer erwartet wird. Das bedeutet, dass Migranten ihre eigene Kultur und Rechtsordnung (z. B. Scharia) beibehalten können. Zudem soll illegale Migration in eine legale Migration umgewandelt werden und den Eingewanderten die gleichen Zugangsrechte zum Sozialsystem zugesprochen werden, wie den Einheimischen. Weder aus den Reihen der Regierungsparteien noch aus den anderen Oppositionsparteien ist Kritik am GCM zu vernehmen.

Österreichische Bundesregierung uneinig über GCM

Die österreichische Regierung scheint hingegen uneins zu sein. Vizekanzler Heinz-Christian Strache äußert sich in einer aktuellen Stellungnahme zum Migrationspakt sehr skeptisch: „In der vorliegenden Form bestehen aufgrund von Widersprüchen insbesondere auch mit den Zielen des aktuellen Regierungsprogrammes trotz der von Experten diagnostizierten Unverbindlichkeit noch erhebliche Bedenken“, berichtet die „Kronen-Zeitung“.

Auf Facebook schreibt Strache: „Wir Freiheitlichen können diese UN-Migrationserklärung daher weder unterstützen, noch unterschreiben. Heimatrecht und Schutz von Menschen vor Verfolgung im ersten sicheren Land ist ein Menschenrecht. Und unsere souveräne und eigenstaatliche Selbstbestimmung in den Fragen der Migration muss vor einer schleichenden Fremdbestimmung geschützt werden. Das haben wir Freiheitlichen sicherzustellen. Hier sind wir unserer österreichischen Bevölkerung gegenüber verpflichtet“.

Die Rückantwort des Bundeskanzleramtes auf eine Anfrage eines Bürgers in Österreich zeigt, dass anscheinend die ÖVP dies anders sieht.

„Auch aus globaler außenpolitischer sicht ist eine Annahme des Migrationspaktes im Rahmen der Konferenz in Marrakesch im österreichischen Interesse, da dies ohne Zweifel einbedeutendes Signal für den effektiven Multilateralismus ist“, heißt es in einem Antwortschreiben aus den Bundeskanzleramt auf eine Bürgeranfrage, so der „Wochenblick“.

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Österreich und Dänemark wollen die Umsiedlung von Flüchtlingen in die EU erst dann in den Mittelpunkt stellen, wenn andere Maßnahmen wie der Außengrenzschutz vollständig umgesetzt wurden, gaben die dänische Integrationsministerin  Inger Støjberg und Österreichs Innenminister Herbert Kickl am Donnerstag in Wien bei der Vorstellung eines gemeinsamen Papiers bekannt. Sowohl die Antwort aus dem Kanzleramt als auch Kickls Aussagen legen nahe, dass der GCM in Österreich „nicht vom Tisch ist“.

Schweizer SVP und Bürgerinitiative lehnen GCM ab

Auch die Schweizer Volkspartei (SVP) mobilisiert gegen den UN-Migrationspakt und fordert in Kooperation mit einer Bürgerinitiative den Bundesrat dazu auf, die Unterzeichnung des Vertrags zu verhindern. So machten Parteipräsident der SVP Albert Rösti und Nationalrat Andreas Glarner, Verantwortlicher für Asyl- und Migrationspolitik der SVP deutlich, dass dieser nicht mit der eigenständigen Steuerung der Zuwanderung und damit der Selbstbestimmung der Schweiz vereinbar sei.

„Das Ziel dieses Paktes ist eine Welt ohne Grenzen“, so SVP-Parteichef Albert Rösti laut „Kronen-Zeitung“. Der Schweizer UNO-Botschafter in New York, Jürg Lauber Mexikos und UN-Botschafter Juan Gómez Camacho leiteten die Verhandlungen zum GCM. Gómez sprach laut der „Zeit“ nun nach Abschluss der Ausarbeitung des GCM von einem „historischen Tag“ nach jahrzehntelangen Bemühungen.

Der 30-seitige Migrationspakt soll nun am 11. Dezember 2018 in Marokko durch die einzelnen Staaten (190) unterzeichnet werden. Der Migrationspakt soll eine „geordnete und reguläre Migration“ gewährleisten. Durch den Migrationspakt sollen die „Wanderungsströme“ für Migranten künftig unter wesentlich besseren Bedingungen organisiert werden, heißt es seitens der Unterstützer. Tatsächlich forcieren die Vereinten Nationen mit dem Vertrag ein System zur dauerhaften gesteuerten Masseneinwanderung von Menschen aus Dritte-Welt-Staaten in die entwickelten Industrieländer zu etablieren, das die nationalen Souveränitäten untergräbt.

Der GCM der UN stellt Menschen, die den Kriterien der Genfer Flüchtlingskonvention entsprechen, reinen Wirtschaftsmigranten gleich und stellt so, obwohl immer wieder betont wird, dass der Vertrag völkerrechtlich nicht bindend sei, die nationale Souveränität infrage. Denn der Vertrag greift tief in die nationale Migrationspolitik ein und weicht Ländergrenzen auf. Weder durch nationale Parlamente noch Volksabstimmungen wurden die bereitstehenden Vertragunterzeichner legitimiert den Vertrag unterzeichnen zu dürfen. Durch die dürftige Berichterstattung der Medien wurde eine frühzeitige Auseinandersetzung der Menschen der betreffenden Länder mit dem Migrationspakt erschwert.

Seitens der Förderer des Migrationspaktes heißt es, dass es darum ginge, negativen Folgen von Migrationsbewegungen, wie Menschenhandel und Todesfälle auf den Migrationsrouten zu bekämpfen. Als Ausgangspunkte werden dabei die Menschenrechte betont – im immer wiederkehrenden Tenor: Migration sei ein Menschenrecht.
Dabei werden die Ursachen für Migration und die negativen Folgen einer bewusst initiieren einseitigen Massenmigration sowohl für die Herkunftsländer als auch für die Zielländer ausgeblendet.

Der Migrationspakt scheint wie vorhergehende politische Kampagnen unter dem Deckmantel von Humanität, der Förderung von Menschenrechten und Freiheiten für das Individuum die nationale Identität, kulturelle Wurzeln und Traditionen und damit auch die Gesellschaft in den Ländern stabilisierende und den Menschen Orientierung und Halt gebende Werte aufzulösen. (er)

Video statt TV-Abend: Sebastian Kurz bei Maischberger

„Viele Deutsche schämen sich und entschuldigen sich bei Kurz für eine solche unverfrorene Entgleisung vom Deutschen Propaganda Fernsehen.“ Das schrieb ein Youtube-Kommmentator zur Sendung: Sebastian Kurz bei Maischberger. Sehen Sie hier das Video

„Die zarteste Versuchung, seit es Populismus gibtso spötteln die Kritiker über den neuen Bundeskanzler Österreichs.“ – so lautete die Anmoderation von Sandra Maischberger in ihrer Sendung mit dem österrischischen Bundeskanzler Sebastian Kurz. Doch dieser läßt sich weder aus der diplomatischen Ruhe bringen, noch aufs Glatteis führen.

Alexander Wallasch schreibt bei „tichyseinblick“, dass es Maischberger wohl recht war, dass ihre Sendung spät in der Nacht ausgestrahlt wurde: „Nicht auszudenken für die Münchnerin aus dem – seien wir höflich: – geburtenstarken Jahrgang, dieser glänzende Auftritt des Bundeskanzlers unseres knapp neun Millionen Menschen fassenden Nachbarlandes wäre gar um 20:15 Uhr ausgestrahlt worden… Es wäre ein noch brutalerer Kurz‘scher Kantersieg geworden.“

Sebastian Kurz führt höchst diplomatisch und jugendlich-frisch wie ein Lotse durch die „Fallstricke nationaler und internationaler Politik“. Auch bei Donald Trump,  mit dem er durchaus gern einen Abend verbringen möchte, entgegnet er:

Es gibt durchaus heftige Kritik an seiner Amtsführung. Ich glaube, das Entscheidende ist, die USA sind ein wichtiger Partner für uns als europäische Union, ganz gleich, wer amerikanischer Präsident ist. So sollten wir das auch halten, es braucht die Zusammenarbeit mit den USA.

Anfangs geht es in der Sendung um Allgemeines, den Boulevard und seine Karriere, danach um Zitate zur FPÖ und zum Schluß gibt es eine Runde, die als Sparring angelegt wurde, mit dem Grünen-Politiker Jürgen Trittin.

Spätestens da wird deutlich, dass Sebastian Kurz nicht nur ein „junges und außergewöhnliches Ausnahmetalent“ sein könnte, wie Alexander Wallasch schreibt. Jürgen Trittin steht hier „stellvertretend für eine überalterte Klasse deutscher Politiker. Und damit ist keineswegs die Glatze von Martin Schulz gemeint oder die Falten am Hals irgendeiner älteren Dame. Nein, schlimmer: Sie sind alt im Kopf, satt, selbstgefällig und unbeweglich“.

Alles, was diese Politiker noch kennzeichnet, die unter oder neben Angela Merkel Europa an die Wand gefahren haben, ist, dass sie in den entscheidenden Momenten der großen Herausforderungen völlig versagt haben.“

Und:

Bis dahin allerdings, darf man mehr als ein bisschen neidisch hinüberschauen zu unseren nächsten Nachbarn.

Reaktionen auf Youtube: Respektlos gegenüber dem Kanzler

Auf Youtube reagierten viele User empört: „Viele Deutsche schämen sich und entschuldigen sich bei Kurz für eine solche unverfrorene Entgleisung vom Deutschen Propaganda Fernsehen.“

Ein anderer schreibt zu Jürgen Trittin: „Unglaublich, mit was für einer Überheblichkeit und Arroganz Personen aus dem deutsch-RRG Lager auftreten, sowohl bei der eigenen Bevölkerung, wenn die es wagt anders zu denken, wie auch international wenn es dort einer wagt, aus der 68er-Reihe herauszutanzen. Diese Selbstherrlichkeit ist einfach nur peinlich und zum fremdschämen. Ich bin wirklich schon viel herumgekommen, aber dieses Kleinkinderverhalten und auch diese komische Art zu diskutieren, also diese Moral-& Gefühlsschiene (Kinder jahrelang im Lager^^ und so ein Unsinn) habe ich bisher nur in Deutschland erlebt, und auch nur bei Leuten aus dem RRG/Neulinken-Lager. Das schlimme ist, dass dieser manipulative Zirkus bei nicht wenigen in der westlichen Welt, meist bei Bürger-& Bonzenkindern ohne Lebenserfahrung, auch tatsächlich ankommt und zieht.“

Oder: „Schon die einleitende Frage, beides wenig schmeichelhaft für einen ausländischen Kanzler und frei von jeglicher Diplomatie. Genauso könnte man die Frage stellen, „Maischberger“: tendenziöse Politsendung im zwangsfinanzierten Staatsfernsehen oder linke Meinungsmache?“

Und: „Die Anzahl an unnötigen Sticheleien und Respektlosigkeiten gegenüber dem Bundeskanzler ist unfassbar.“

Oder: „Herr Kurz, bitte verzeihen Sie dem Deutschen Volk. Wir schämen uns sehr für unsere Medien und Politiker. Viel Glück und viel Erfolg wünschen wir Ihnen.“

(ks)

Merkel besteht auf Umverteilung von Flüchtlingen in der EU

Zwischen Österreich und Deutschland bestehen weiter gravierende Unterschiede in der Flüchtlingspolitik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am 17.01.2018 in Berlin im Bundeskanzleramt. (Foto: dpa)
Merkel besteht auf Umverteilung von Flüchtlingen in der EU

Zwischen Österreich und Deutschland bestehen weiter gravierende Unterschiede in der Flüchtlingspolitik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am 17.01.2018 in Berlin im Bundeskanzleramt. (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am 17.01.2018 in Berlin im Bundeskanzleramt. (Foto: dpa)

 

 

Deutschland und Österreich verfolgen unterschiedliche Ansätze in der Migrationspolitik in der EU. Beide wollen zwar die illegale Migration in die EU „reduzieren“ und die Außengrenzen der Europäischen Union stärken. Über diese Ziele sei sie sich mit dem österreichischen Kanzler Sebastian Kurz einig, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach einem gemeinsamen Treffen im Kanzleramt in Berlin.

Dennoch gibt es weiter gravierende Differenzen in der Flüchtlingspolitik, in der Kurz als Außenminister für eine harte Linie plädiert hatte. Kurz bekräftigte seine Haltung, dass in der EU „die Diskussion über die Quoten etwas zu viel Raum“ einnehme. Er glaube nicht, dass die Flüchtlingskrise durch die Verteilung der Menschen innerhalb der EU gelöst werden könne, sondern nur durch einen effektiven Außengrenzenschutz und Hilfen in den Herkunftsländern. Dem stimmt Merkel im Prinzip zwar zu. Sie pochte aber auf die Solidarität aller EU-Staaten. „Dass sozusagen sehr wenige Länder sagen ‚Damit wollen wir gar nichts zu tun haben‘, halte ich eben für falsch“, betonte sie mit Blick auf einige osteuropäische Staaten wie Polen oder Ungarn.

Aus ihrer Sicht sei es notwendig, die Partnerschaften mit den Herkunftsländern zu stärken, sagte Merkel. Bei der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen müsse es mit den Herkunftsländern „Formen einer neuen Zusammenarbeit“ geben, für „Schlepper und Schleuser“ hingegen dürfe es keine Unterstützung geben.

Kurz war am Mittag zu seinem Antrittsbesuch im Kanzleramt eingetroffen. Im Oktober hatte er mit seiner konservativen ÖVP die Parlamentswahl in Österreich gewonnen und dann mit der FPÖ eine Regierungskoalition gebildet. Merkel sagte, sie werde die Arbeit der FPÖ in der neuen Regierung stärker „beobachten“ als dies bei anderen Regierungen der Fall sei, will jedoch Österreich an „seinen Taten messen“.

Kurz sagte, dass Österreich nicht der Vorwurf gemacht werden könne, „unsolidarisch zu sein“, da es gemessen an der Bevölkerungszahl die zweithöchste Zahl von Asylbewerbern nach Schweden aufgenommen habe.

Historiker: „Bürgerkrieg ist nicht zu vermeiden“

Nicht nur Strache von der FPÖ redet von Bürgerkrieg  kurier.at/politik/inland/buergerkrieg-kern-kritisiert-strache-rede sondern auch der Historiker David Engels meint in seinem Bericht in Krone.at, dass ein Bürgerkrieg unvermeidlich ist. Die BRD-Regierung hat ja vor nicht allzu langer Zeit die BRD-Bürger aufgerufen, für mindestens drei Wochen Notversorgung im Haus zu haben. 

Hier der Bericht des Historikers David Engels

„In 20 bis 30 Jahren wird Europa ein autoritärer oder imperialer Staat geworden sein, nach einer Phase bürgerkriegsähnlicher Zustände und Verfallserscheinungen“ es ist ein düsteres Zukunftsbild, das der Historiker David Engels jetzt in einem Interview zeichnet. Der Belgier sieht eindeutige Parallelen zwischen der gegenwärtigen Krise Europas und der verfallenden Römischen Republik im ersten Jahrhundert vor Christus.

Engels ist Althistoriker an der Freien Universität Brüssel. Mit den Analogien zwischen dem Römischen Reich und der Europäischen Union hat sich der Belgier, dessen Fachgebiet ansonsten eher selten für Aufsehen sorgt, bereits in seinem 2011 veröffentlichten und 2014 auch auf Deutsch erschienenen Buch „Auf dem Weg ins Imperium“  beschäftigt. Im Zuge der aktuellen Flüchtlingskrise bekommen seine warnenden Worte nun eine nicht zu leugnende Brisanz.

Historiker: "Bürgerkrieg ist nicht zu vermeiden" (Bild: AFP)
Foto: AFP

„Rechne mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen“

„Ich rechne mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen, welche eine grundlegende gesellschaftliche und politische Neuformierung Europas erzwingen werden, ob wir das wollen oder nicht, ganz nach dem Vorbild der verfallenden Römischen Republik im ersten Jahrhundert vor Christus“, ist Engels im Gespräch mit der „Huffington Post“  überzeugt.

Die Gemeinsamkeiten seien demnach „so massiv, so augenscheinlich, und das schon seit Jahrzehnten, dass man fast fragen müsste, wo es keine gibt“, so der Historiker. Als Parallelen listet er auf: Arbeitslosigkeit, Familienzerfall, Individualismus, Niedergang traditioneller Konfessionen, Globalisierung (damals in Form der Romanisierung), Bevölkerungsniedergang, Fundamentalismus, Migration, Verarmung, „Brot und Spiele“, Kriminalität, Polarisierung zwischen einer oligarchischen Politikerkaste auf der einen Seite und unzufriedenen „Populisten“ auf der anderen.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Migranten im französischen Flüchtlingslager Calais (Bild: EPA/ETIENNE LAURENT, AP/Emilio Morenatti)
Zusammenstöße zwischen Polizei und Migranten im französischen Flüchtlingslager Calais
Foto: EPA/ETIENNE LAURENT, AP/Emilio Morenatti

Europa stecke in einem Teufelskreis, warnt Engels: „Kolonialismus, Weltkriege, Dekolonialisierung, unglückliches Eingreifen im falschen und Nicht-Eingreifen im richtigen Moment in die Konflikte an Europas Peripherie haben zu einer Lage geführt, in der ich einen völligen Rückzug Europas für extrem gefährlich halte.“

Führt Einwanderung zur Identitätskrise und zum Zerfall?

Einwanderung sieht der Historiker allerdings nicht als einzigen Faktor, der zum zwangsläufigen Zerfall führen werde. „Die gegenwärtigen Bevölkerungsbewegungen sind nur eines der vielen Symptome unserer gegenwärtigen Geisteshaltung, welche von einer seltsamen Mischung von Kosmopolitismus, Selbstzweifel, Kalkül, Materialismus und schlechtem Gewissen geprägt ist. Genau diese Mischung finden wir auch zu Ende der Römischen Republik“, so Engels.

Flüchtlingslager Calais: Immer wieder explodieren Gasflaschen. (Bild: APA/AFP/FRANCOIS NASCIMBENI)
Flüchtlingslager Calais: Immer wieder explodieren Gasflaschen.
Foto: APA/AFP/FRANCOIS NASCIMBENI

Öffnung an sich sei dabei allerdings nicht das Problem. Schwerwiegender sei die gesellschaftliche Polarisierung, das Fehlen von langfristiger Planung, das Primat der Wirtschaft vor der Politik und der Kultur, oder die Tendenz zur ideologischen Überheblichkeit. Es sei jedenfalls kein Wunder, dass im Westen die Populisten und Nationalisten an Macht gewinnen, genau wie in Rom die „populares“. „Genau wie die späte römische Republik sitzt auch Europa auf einem Vulkan, der jeden Moment ausbrechen kann“, findet Engels klare Worte.

Heinz-Christian Strache und Marine Le Pen (Bild: AP/Antonio Calanni)
Heinz-Christian Strache und Marine Le Pen
Foto: AP/Antonio Calanni

„Es wäre feige, die Augen zu verschließen“

Wobei der Belgier zu bedenken gibt, dass er als zweifacher Vater der Letzte sei, der sich Bürgerkrieg oder Diktatur wünschen würde. Aber seit er sein Buch „Auf dem Weg ins Imperium“ geschrieben habe, hätten sich alle vorhergesagten Parallelen planmäßig erfüllt. „Das macht mir große Angst. Aber es wäre feige, die Augen zu verschließen, nur weil man die Realität nicht wahrhaben will.“

Die großen Parteien würden die wachsende Armut, die zunehmende kulturelle und politische Zerrissenheit und den Vertrauensverlust in die Demokratie nicht wahrhaben wollen. Dies führe unvermeidlich dazu, dass ihnen von den Populisten das Wasser abgegraben wird bis der Staat schließlich unregierbar wird, wie im spätrepublikanischen Rom: Donald Trump, Nigel Farage oder Marine Le Pen „sind nichts anderes als moderne Variationen auf Catilina oder Clodius“, so Engels.

Donald Trump bei der Unterzeichnung des Einreise-Dekrets (Bild: ASSOCIATED PRESS)
Donald Trump bei der Unterzeichnung des Einreise-Dekrets
Foto: ASSOCIATED PRESS

Dass die Menschheit aus der Geschichte lernen kann, glaubt der Wissenschaftler nicht. Dazu sei Geschichte viel zu komplex, und zudem seien wir ja auch selber Teil des Ganzen. „Das wäre, wie sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen“, gibt sich Engels pessimistisch.

Kann Bürgerkrieg vermieden werden?

Daran, dass ein drohender Bürgerkrieg noch vermieden werden kann, glaubt der Historiker nicht. Er glaubt zwar nicht „an einen Krieg bewaffneter Bürgerlegionen“, denn dafür sei unsere Politik zu wenig militarisiert. Er rechne aber mit Vorstädten, die der staatlichen Kontrolle entgleiten.

Der Brüsseler Stadteil Molenbeek gilt als Brutstätte und Gewächshaus des Islamismus. (Bild: AFP)
Der Brüsseler Stadteil Molenbeek gilt als Brutstätte und Gewächshaus des Islamismus.
Foto: AFP

Engels düsteres Zukunftsbild: Landstriche, die von paramilitärischen, ethnischen oder religiösen Gruppen beherrscht werden, überhandnehmende Kriminalität, wirtschaftlicher Bankrott und völliger politischer Stillstand. „Die Bürger Europas werden sich dann mit Freuden dem Ersten in die Arme werfen, der dem Kontinent einen funktionierenden Sozialstaat, Ruhe und Ordnung schenkt. So wie damals Kaiser Augustus.“