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»Inszenierung« in der Tagesschau: »Es geht bloß um Macht« Top-Journalist Christoph Maria Fröhder wirft bei der ARD hin.

»Inszenierung« in der Tagesschau: »Es geht bloß um Macht«

Peter Harth in Kopp Verlag Online

Top-Journalist Christoph Maria Fröhder wirft bei der ARD hin. Er hat genug von »Strukturagenten«, »Kleinstaaterei« und »Inszenierung«. Ein Abschied von karrieregeilen Platzhirschen und Erbhöfen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dort aber geht es weiter wie gehabt, wie auch der ARD-Presseclub vom Sonntag zeigte.

Christoph Maria Fröhder ist eine Ikone der ARD – war eine. Seit 46 Jahren Kriegsreporter – Vietnam, Angola, Irak, Jugoslawien, Afghanistan und wieder Irak. Er wurde von serbischen Soldaten verprügelt, schmuggelte Bildmaterial im Gipskorsett aus Kambodscha, erlebte den Einmarsch der Roten Khmer in Phnom Penh. Bald reist er in den Nahen Osten, in den »Islamischen Staat« (IS), will wieder mittendrin sein. Fröhder, ein Mann, den nichts erschüttert – jetzt kapituliert er vor der ARD.

Fröhder sagt, er sei »durch« mit der Tagesschau und den Tagesthemen. Er will nicht länger als Journalist für diese Sendungen arbeiten. Beide stehen seit der Ukraine-Krise im Kreuzfeuer der Kritik von Zuschauern, Bloggern, selbst ganzen Vereinen. Fröhders Kritik kommt aber nicht von außen, er ist über ein halbes Jahrhundert Teil des öffentlich-rechtlichen Kosmos. Von dem hat er jetzt genug.

Erbhöfe bei der Tagesschau: Die Welt wird aufgeteilt

Die Tagesschau belehrt Deutschland seit Generationen. Vor 63 Jahren genau wie heute noch in staatstragendem Ton. Das festgefahrene System hinter dieser Sendung ist abgründig. Fröhder: »Ich stoße da auf Leute, denen die Administration wichtiger ist. […] Diese Strukturagenten ersticken den Journalismus.«

Die Tagesschau teilt die Welt unter sich auf. Über die arabische Welt darf etwa nur der SWR berichten. Der BR hat Israel. Die USA werden zwischen NDR und WDR geteilt. Diese »Kleinstaaterei« führt zu Zensur und Inszenierung.

Fröhder musste sich etwa vom SWR in Kairo Passagen in seine Beiträge schneiden lassen, als er von dort berichtete. Manchmal darf er nicht einmal das Gebiet der ARD-Korrespondenten betreten. »Es geht bloß um Macht. Die Karrierestrukturen und die verbitterte Konkurrenz der ARD-Anstalten untereinander verhindern eine sinnvolle Aufteilung der Arbeit.«

Wie »Kleinstaaterei« die Inszenierung fördert

Vor diesem Hintergrund erscheinen die neuesten Inszenierungen der Tagesschau zwielichtig. Putin, der beim G-20-Gipfel angeblich allein ist. Vertont mit dem Kommentar: »Einsam und verlassen.« Dabei wird die am Tisch sitzende brasilianische Präsidentin Rousseff unterschlagen.

Beim Gedenkmarsch nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo laufen die Staats- und Regierungschefs an der Spitze der trauernden Massen. Das zeigt die Tagesschau. In Wahrheit marschiert die politische Elite ganz allein für sich.

Viele Manipulationen der Tagesschau lassen sich nur mit den Machtkämpfen jener Journalisten hinter den Kulissen erklären, die eine bestimmte Sichtweise in die Köpfe der Menschen transportieren wollen. Warum sonst wird den Zuschauern ein Hubschrauber als in der Ukraine abgestürzt verkauft, obwohl es sich um Archivbilder handelt, die in Syrien gedreht wurden?

Die ARD: Schauplatz für profilierungssüchtige Journalisten

Aber auch die anderen Sendungen der ARD werden immer mehr zum Schauplatz profilierungssüchtiger Journalisten. Jörg Schönenborn moderiert den Presseclub und hat als Platzhirsch noch nie das öffentlich-rechtliche Funkhaus verlassen. Ein Sessel-Journalist. Was Fröhder in den Sendungen der ARD vermisst, sind aber Reporter, die »vor Ort sind und kritisch nachfragen«. Nur so »kann man Inszenierungen entlarven«.

Diesen Typ Reporter aber gibt es in der ARD immer seltener, dafür mehr und mehr Schönenborns. Der bleibt lieber im Studio und lädt sich andere Journalisten in den Presseclub.

Gezeigt wird also nicht die Realität, sondern eine mediale Inszenierung unter der Glaskuppel. Mit Journalisten, die sich profilieren wollen und dabei in puren Populismus abdriften – oder für ihre Auftraggeber Meinung machen

Deutsche Journalisten, die sich mit Kriegshetzerei auskennen

Exemplarisch und entlarvend dafür ist der Presseclub vom letzten Sonntag (8. Februar 2015). Die Journalisten streiten wieder mal über den Krieg in der Ukraine, von dem jeder seine eigene Version im Kopf hat. Christian Neef schreibt beim Spiegel über die Ukraine und poltert lautstark durch die Sendung: »Russland führt Krieg gegen die Ukraine. Wir sollten aufhören, uns in Deutschland darum herumzumogeln.

Die Zuschauer in Deutschland fragen sicher eher, wie Neef bei so viel Voreingenommenheit überhaupt neutral berichten kann.

Das möchte er aber offenbar auch gar nicht: »Putin ist zu jeder Eskalation bereit – im Gegensatz zum Westen.« Genüsslich zeigt er das Titelbild einer russischen Boulevardzeitung in die Fernsehkamera und erklärt: Das ist der »Aufruf in der russischen Massenzeitung zum totalen Krieg«. Für Neef gibt es »eine Gehirnwäsche seit einem Jahr, die die Leute in Russland verändert hat«.

Auf der Gehaltsliste einer US-Denkfabrik

Neefs Spiegel betreibt in Deutschland nichts anderes. Sein Nachrichtenmagazin wurde vom Presserat für das Titelbild »Stoppt Putin!« gerügt. Danach manipulierte das Magazin eine Umfrage zur Kriegsbereitschaft der Deutschen und machte sich zum »Sprachrohr der Bundesregierung«.

Ein weiterer fragwürdiger Presseclub-Gast war Constanze Stelzenmüller. Sie steht auf der Gehaltsliste der US-Denkfabrik Brookings Institution und lässt in der Sendung nichts unversucht, um Putin zu dämonisieren.

Aber auch andere Politiker Russlands wie Außenminister Lawrow, »die in einer anderen Welt zu leben scheinen«. Sie würden »alles, was da stattfindet, leugnen und umdrehen«.

Tagesschau-Chef Gniffke: Manager statt Journalist

Solche Entgleisungen machen deutlich, dass es der ARD immer weniger um den Journalismus geht. Genau deshalb verabschiedet sich Fröhder jetzt von der Tagesschau. »Es gab früher immer Chefredakteure, die selbst Lust hatten, dem System ein Schnippchen zu schlagen. […] Denen ging es noch um Journalismus – nicht bloß um Management.« Ein klarer Seitenhieb auf den aktuellen Chefredakteur der ARD-Nachrichtensendungen – Kai Gniffke.

Beide haben sich ein heißes Wortgefecht geliefert, bei dem Gniffke die »Kleinstaaterei« der ARD verteidigte. Der Chefredakteur führt seine Sendungen nach Gutsherrenart und ist berüchtigt dafür, immer das letzte Wort haben zu wollen. Ein Charakterzug, der explosiv wird, wenn dazu noch die Kritikfähigkeit fehlt.

Das ist bei Gniffke der Fall. Wie ein trotziges Kind verteidigt er genervt die Inszenierung seiner Tagesschau zur »Je suis Charlie«-Kundgebung in Paris. Sein Ton dabei ist grob: »Es macht mich richtig sauer«, »kompletter Unfug«.

Zu Fröhders Abrechnung schweigt Gniffke nun aber. Die Tagesschau will nichts kommentieren. Schließlich kennt Fröhder zahlreiche Interna über Deutschlands wichtigste Nachrichtensendung. Wer will da noch Öl ins Feuer gießen?

Ard sperrt jüngstes Interview mit Putin weltweit – wir habens trotzdem

Original wiw.adpo.org
Polen weißt russische Diplomaten aus – Russland reagiert ebenfalls mit Ausweisungen

17. November 2014 – © Flickr.com/Roman G./cc-by-nc-sa

STIMME RUSSLANDS Russland hat eine Reihe polnischer Diplomaten wegen Tätigkeiten, die ihrem Status zuwiderlaufen, aus dem Land ausgewiesen, berichtet das russische Außenamt.

Zuvor hatte Polen einige russische Diplomaten ausgewiesen. Das russische Amt unterstrich, es bedauere diesen unbegründeten Schritt seitens der polnischen Behörden, und sei gezwungen, zu Gegenmaßnahmen zu greifen.

Putin: Europäische Minister verwarfen Abmachung mit Janukowitsch

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17. November 2014 – Foto: RIA Novosti/Michael Klimentyev

STIMME RUSSLANDS In seinem Interview für den Fernsehsender ARD hat Russlands Präsident Wladimir Putin die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens kritisiert, die sich von der Umsetzung der von ihnen am 21. Februar signierten Vereinbarung zwischen dem damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und der Opposition distanziert hatten.

„Die Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreichs hätten die Vereinbarungen zwischen den Behörden und der Opposition nicht als Garanten unterzeichnen sollen“, sagte Putin. „Da sie aber doch ihre Unterschriften daruntergesetzt haben, hätten sie auf der Umsetzung dieser Abmachungen bestehen müssen. Sie haben sich aber davon distanziert. Mehr noch: Sie ziehen es vor, sich an diese Abmachung gar nicht mehr zu erinnern, als hätte es diese gar nicht gegeben. Ich finde das absolut falsch und kontraproduktiv.“

Die Außenminister dieser Länder hatten damals als Garanten der Vereinbarungen zwischen dem damaligen Präsidenten Janukowitsch und der Opposition dafür agiert, dass „der Prozess ausschließlich friedlich verlaufen sollte“. Die ukrainischen Behörden rechneten damit, dass dieses Dokument eingehalten wird, so Putin.

„Ich hatte am gleichen Abend ein Telefongespräch mit dem USA-Präsidenten, und wir haben gerade in diesem Kontext darüber gesprochen. Am nächsten Tag aber wurde trotz aller Garantien der westlichen Partner ein Staatsstreich begangen. Die Gebäude der Präsidentenadministration und der Regierung wurden gestürmt“, betonte der russische Präsident. (Übersetzung: Rossiya Segodnya).

ARD sperrt weltweit das ARD-Exclusiv-Interview mit Wladimir Putin (nicht mit Obama)

wir hams trotzdem noch gefunden

Weiterlesen und Quelle – – – > http://wiw.adpo.org/ard-sperrt-juengstes-interview-mit-putin-weltweit-wir-habens-trotzdem/