Wolfgang Ambros – Polizist

Du bist ein Polizist, und i frog mi, warum s’d es bist. I waß, es geht mi nix an, trotzdem wär ma leichter, wenn i’s wüßt‘. I glaub du tramst den foisch’n Tram, du tramst von ana Ordnung, die’s ned gibt. Du manst es jo so ehrlich, oh du manst es jo so gut, trotzdem bist du unbeliebt! Du bist ein Polizist … Solang die Erde sich schon dreht, hot’s immer an geb’n der’s Recht vertritt. Doch der Bürger und der Polizist, gehngan heute nimmer im gleichen Schritt. Die Leut‘ san so gemein, sie zeig’n dir Respekt, und loß’n si olles von dir g’foin. Doch kaum drahst di um, und gehst wieder weg, tuan doch olle wieder, wos sie woll’n. Du bist ein Polizist, und manchmoi frogst di selber warum s’d es bist. Du bist verbittert und nervös, du host überhaupt ka Freud‘ mehr am Leb’n. Und dann kumm i daher und du siehst, es geht ma guat und denkst da: Na woat nur, dir werd i’s geb’n! Und dann holst mi aus’n Auto und stellst mi an die Wand und i waß am liabst’n bringast mi um. Und du quälst mi, und i fürcht mi, und des baut di wieder auf. Waßt wos, i glaub du bist nur dumm! Du bist ein Polizist, und langsam wird’s ma kloara, warum s’d es bist.

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