Drei Gründe warum Washington seit 16 Jahren Kriege führt

Billionen von Dollar macht Washington seit Jahren für seine Kriege im Nahen Osten und in Nordafrika locker. Paul Craig Roberts, ehemaliger Vize-Finanzminister der USA, nennt drei Gründe dafür. Sein Beitrag ist auf dem Portal „Swobodnaja pressa“ erschienen.

Washington verübe in diesen Kriegen unvorstellbare Gräueltaten, zwinge Millionen von Menschen zur Flucht und bürde sie so den Europäern auf, schreibt Roberts.

„Beachtenswert ist, dass weder das amerikanische Volk noch die US-Medien noch der Kongress ein Bedürfnis haben, etwas über die Ziele dieser Kriege zu erfahren – die übrigens ganz und gar auf Lügen basieren, wie immer wieder herauskommt“, so Roberts.

Diese „inszenierten Kriege“ seien in der Wahrnehmung der meisten Amerikaner „eine Antwort auf 9/11“. Doch selbst wenn nach den Anschlägen vom 11. September Kriege geführt werden müssen – Tatsache bleibt: „Weder der Irak, noch Libyen, Syrien, Jemen oder Afghanistan haben etwas mit den Anschlägen zu tun.“ „Und auch der Iran nicht, auch wenn dieser bislang nicht angegriffen, sondern bedroht und sanktioniert wurde.“ Die Gründe für die Kriege Washingtons zeigt der Experte anhand des Krieges in Syrien auf. Eines nimmt Roberts vorweg: „Ein amerikanischer Krieg ist das nicht, denn Washington ist nicht Amerika.“

Ganz oben auf der Liste der Kriegsgründe steht laut Roberts der militärisch-industrielle Komplex und dessen Gewinne: „Für diesen Verbund privater und mächtiger Interessengruppen hat der Krieg eine Rechtfertigung.“ Eine Rechtfertigung „für einen Finanztopf, dessen Last die US-Steuerzahler schultern, wobei ihre Realeinkommen seit zwei Jahrzehnten nicht mehr steigen“, erklärt der Experte.

Die neonkonservative Ideologie ist laut Roberts der zweite Grund für Washingtons Kriege. Diese Ideologie begründe Amerikas Hegemonie in der ganzen Welt. Als echte Konservative könnten die Neocons zwar nicht bezeichnet werden, doch wie dem auch sei: „Laut ihrer Ideologie bedeutet der Zusammenbruch des Kommunismus und Sozialismus nur, dass die Weltgeschichte ein für alle Mal den Weg des demokratischen Kapitalismus ausgewählt hat.“ Dies sei demnach das einzig richtige Politik-, Wirtschafts- und Sozialsystem – auch wenn es „im Grunde weder demokratisch noch kapitalistisch ist“.

„Dieser Ideologie nach liegt es an Washington, diesen Amerikanismus der ganzen Welt aufzuzwingen. Länder wie Russland, China, Syrien und der Iran müssen destabilisiert und zerstört werden, weil sie sich dem amerikanischen Imperialismus in den Weg stellen.“

Und der dritte Kriegsgrund ist ebenso banal wie fatal: Israels Griff nach den Wasserquellen des Südlibanons. „Zweimal schickte Israel seine hochgelobte Armee, den Südlibanon zu erobern. Zweimal wurde Israels hochgelobte Armee aus dem Libanon vertrieben, von einer paramilitärischen Organisation namens Hisbollah. Diese Organisation wird von Syrien und dem Iran unterstützt“, erklärt Roberts. „Um ehrlich zu sein, nutzt Israel die Vereinigten Staaten einfach nur aus, um die rechtmäßigen Regierungen in Syrien und im Iran zu beseitigen, die die Hisbollah wirtschaftlich und militärisch unterstützen“, so der ehemalige Vize-Minister. „Könnte Washington die Förderer der Hisbollah beseitigen, könnte Israel sich den Südlibanon räuberisch aneignen, so wie es sich einst Palästina und einige Teile Syriens angeeignet hat.“

Washington dient also, wie Roberts schreibt, „dem militärisch-industriellen Komplex, der neokonservativen Ideologie und Israel.“ Angesichts dieser Analyse lautet sein Fazit: „Die US-Demokratie ist eine Lüge, ein Betrug, ein Imitat.“

Satellitenbild vom syrischen Militärflugplatz Schairat nach dem Raketenangriff der USA, April 2017
© REUTERS/ DIGITALGLOBE/ COURTESY U.S. DEPARTMENT OF DEFENSE

Doch bei alledem ignoriere Washington auffällige und gewichtige Faktoren. „Israels Interesse an einem Sturz der rechtmäßigen Machthaber Syriens und des Irans ist absolut unvereinbar mit Russlands Interesse. Denn Moskau möchte den Import des Dschihadismus in die Russische Föderation und nach Zentralasien um jeden Preis verhindern. Deshalb treibt Israel die USA in die direkte Konfrontation mit Russland.“ Russlands Souveränität stehe indes nicht nur Israel im Wege. Damit nicht vereinbar sei auch „das Finanzinteresse des militärisch-industriellen Komplexes an der Einkreisung Russlands durch Raketenabschussrampen“. Und das Streben der Neocons nach der Welthegemonie kollidiere damit ohnehin.Abschließend fasst Roberts zusammen: „Präsident Trump hat keine Kontrolle über Washington. Washington wird kontrolliert vom militärisch-industriellen Komplex (es sei an Eisenhower erinnert), den Neocons und der israelischen Lobby. Das amerikanische Volk ist entmachtet und wird ausgegrenzt aus der Entscheidungsfindung über seine Zukunft.“

Quelle: https://de.sputniknews.com/politik/20170704316447720-gruende-warum-washington-kriege-fuehrt/

Advertisements

Ein Gedanke zu „Drei Gründe warum Washington seit 16 Jahren Kriege führt“

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.