Wie das System möglichst viel an Sterbenden verdient und dazu Angehörige psychisch unter Druck setzt

© dpa

Dr. med. Matthias Thöns bei Markus Lanz – Patient ohne Verfügung

Um es gleich vorweg zu schicken: Diesen Beitrag auf YouTube habe ich mir sofort zweimal angesehen. UND: ich könnte ähnliche Dinge von Angehörigen berichten, die eine Tortur mit sterbenden Angehörigen in Krankenhäusern durchgemacht haben.

Eigentlich geht es hier um einen Zweig der Medizin, wo man ein wenig Pietät und Mitgefühl erwarten dürfte. Gemeint ist die Palliativmedizin, wo Patienten, die im Sterben liegen, soweit medizinisch versorgt werden, dass ihnen das Leiden erspart bleibt und sie in Frieden und Würde das irdische Leben hinter sich lassen können.

Der in o.a. Beitrag befragte Palliativmediziner, Dr. Thöns, weiß aber zu berichten, dass sogar in diesem Segment der Schulmedizin das ökonomische Interesse Vorrang vor den Bedürfnissen der Sterbenden und deren Angehörigen zu haben scheint – denn anderes kann er sich viele Dinge wohl auch nicht mehr erklären.

Wenn Sie diesen Beitrag sehen, werden Sie sich fragen, ob man es hier noch mit Menschen zu tun hat?

So berichtet Dr. Thöns von hoffnungslosen Fällen, bei denen zusätzliche Erkrankungen diagnostiziert wurden, die umgehend operativ behandelt wurden. So wurde bei einem Patienten, der bereits einige Herzinfarkte überlebt hatte und dreimal wöchentlich zur Dialyse musste, ein Magen-Tumor festgestellt, der sofort in einer großen Operation entfernt wurde. Dabei musste der Darm verlegt, Teile der Leber entfernt werden und noch ein paar Dinge mehr. Der Patient verbrachte darauf hin aufgrund von nachfolgenden Komplikationen drei Monate beatmet auf der Intensivstation, teilweise im Koma, teilweise bei Bewusstsein.

Dieser Patient war im Besitz einer Patientenverfügung, die eindeutig verfügte, dass im Falle von aussichtslosen Komplikationen keine Apparatemedizin bei ihm zur Anwendung kommen sollte. Und auch in seinen wachen Phasen bat der Patient um eine Beendigung der intensivmedizinischen Maßnahmen. Seine Frau hatte ebenfalls darum gebeten, den Wunsch ihres Mannes zu respektieren. Aber dennoch wurde der Mann weiter operiert und intensiv medizinisch betreut und so sein Leiden verlängert. Zum Schluss wurde er dann auf Drängen seiner Frau doch auf die Palliativstation verlegt, wo er jämmerlich erstickte, noch bevor er seine schmerzlindernden Medikamente bekam.

Bei solchen Schilderungen fragt man sich, warum man einen todkranken Menschen nicht in Frieden sterben lässt, besonders wenn eine Verfügung vorliegt und der Patient wiederholt um ein Ende der Behandlung bittet?

Ich bin überzeugt, dass der normale durchschnittliche Schulmediziner jetzt die Ethik-Schublade aufzieht und daraus die hohen Lieder von Verantwortung, Wert des Lebens, Patientenwohl usw. hervorzaubert. Dieses ideologische Feigenblatt verdeckt nur das, worüber aus diesen Kreisen kaum jemand sprechen will. Und das ist das Geld, was man mit diesen „ethisch so hochstehenden“ Maßnahmen verdienen kann.

So bezifferte Dr. Thöns die Kosten in diesem speziellen Fall auf 200.000 Euro, wofür der Patient entsetzlich hatte leiden müssen. Dr. Thöns: „So was wird gemacht, um damit Geld zu verdienen.“ Mein Nachsatz hier lautet: Und nicht, um dem Patienten zu helfen.

Aber, die Geschichte wird noch tragischer. Laut Einschätzung von Dr. Thöns wäre der Patient auch ohne Operationen und intensivmedizinischer Betreuung keinen Tag früher gestorben. Er hätte dafür aber wesentlich weniger leiden müssen und hätte seine letzten Monate erfüllt im Kreis seiner Familie verbringen können. Vielleicht hätte er sogar noch etwas länger leben können. Das alles hat die schulmedizinische Gier nach Profit erfolgreich verhindern können.

Es ist nahezu unglaublich, mit welcher Verlogenheit hier in der Schulmedizin gearbeitet wird. Ich hatte dazu bereits diesen Beitrag veröffentlicht: Die 7 Todsünden der Schulmedizin. Dieses Interview zeigt jetzt, dass ich damals keineswegs übertrieben hatte und dass sich bis heute auch nichts geändert hat.

Die Patientenverfügung

Da fragt man sich sofort, wozu dann noch eine Patientenverfügung, wenn diese von den Halbgöttern in Weiß permanent ignoriert wird?

Dr. Thöns bestätigt, dass die Verwandten psychologisch unter Druck gesetzt werden, indem man ihnen Hoffnung auf Heilung macht, obwohl absolut kein Grund zu dieser Hoffnung besteht. Aber das verschweigt man dem Patienten und seinen Verwandten. Später kommen dann andere psychologische Druckmittel zur Anwendung, wie etwa Lügen, dass der Patient nicht entscheidungsfähig sei oder gegenteilige Entscheidungen getroffen hat und so weiter. Dr. Thöns im O-Ton:„Patientenverfügungen werden durch vielerlei Tricks ausgehebelt, weil viel zu viel Geld in dem System zu verdienen ist.“

Und damit der Rubel rollt gibt es zum Beispiel Bonusverträge für Krankenhäuser, die sicherstellen, dass ein Krankenhaus aus ökonomischer Sicht optimal arbeitet. Es ist dann den Chefärzten vorbehalten, die ökonomischen Zielvorgaben im klinischen Alltag umzusetzen. D.h., dass hier Therapien und Operationen durchgeführt werden, deren Häufigkeit bzw. Notwendigkeit sich nicht nach Diagnosen, sondern an den Erfordernissen der Bonusverträge orientieren.

Der unbedarfte Laie spricht dann hier von „unnötigen Operationen“.

Gibt es nicht?

Doch, hier zwei Beispiele, über die ich ebenfalls vor einigen Jahren bereits berichtete:

Wenn dann die Pharmaindustrie (siehe z.Bsp.: Das Pharmakartell!) noch mit in Erscheinung tritt, dann sieht es so aus, als wenn der Patient seine Patientenverfügung endgültig knicken kann.

Während er sich als Krankenhauspatient den Einflüssen der wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Krankenhauses ausgeliefert sieht, kommt jetzt eine direkte Einflussnahme auf ihn zu. Denn die Pharmaindustrie motiviert den behandelnden Arzt direkt und ohne Umleitung über die Krankenhausleitung durch Zahlung von Prämien ihre Medikamente beim Patienten einzusetzen.

Und dieser Einsatz ist nicht immer unbedingt mit der entsprechenden Diagnose vereinbar. D.h. im Klartext, dass Medikamente auch mal im Zweifelsfalle gegeben werden, wo die Diagnose unklar ist oder sogar eine Kontraindikationen besteht.

Aber laut Dr. Thöns bekommen somit schlecht bezahlte Klinikärzte ein schönes Taschengeld, das zwischen 700 und 7.000 Euro pro Neueinstellung auf das entsprechende Medikament liegen kann.

Für einen Onkologen, der zum Beispiel zehn Patienten auf das Medikament einstellen kann, wäre das im schlechtesten Fall 7000 Euro, die der Arzt im Vorbeigehen mitnehmen kann. Das Ganze wird als sogenannte „Anwendungsbeobachtung“ bezeichnet. Ich bezeichne das als eine Kindergartenarbeit, die absolut wertlos ist, aber dem Arzt zudem das Gefühl von „Wissenschaftlichkeit“ verleiht.

Was unter dem Begriff „Anwendungsbeobachtung“ genau zu verstehen ist und wie hier Korruption als „Wissenschaft“ verbrämt wird, habe ich hier näher beleuchtet: Pharmastudien: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing oder auch Die Pharmaindustrie – schlimmer als die Mafia?

Das Ende vom Ende

Dr. Thöns erklärt zum Ende des Interviews, dass der natürliche Sterbevorgang von einer Reihe von positiven physiologischen Reaktionen begleitet wird, wie dem Ausschütten von Glückshormonen und Opioiden zur Schmerzlinderung. Er beschreibt, dass die Intervention durch die Gerätemedizin diese Reaktionen unterbinden und damit das Leiden des Sterbenden erst recht manifestieren. Das wusste selbst ich noch nicht. Es ist ein Grund mehr, sich mit dem Thema zu beschäftigen!

Laut seiner Erfahrung gibt es kein großes Leid beim Sterben in acht von zehn Fällen. Und in den beiden Fällen, wo schwere Erkrankungen beim Sterben Leid verursachen, kann (nach seiner Meinung) durch relativ einfache medizinische Maßnahmen Leid effektiv gelindert werden.

Fazit

Wir sind inzwischen in der Schulmedizin so weit von der Natur des Menschen entfernt, weil wir erfolgreich indoktriniert worden sind, dass nur die Schulmedizin heilen, Leid lindern und den Tod verhindern kann.

Da werden selbst Kranke, die an zwei, drei oder mehr tödlichen Erkrankungen gleichzeitig leiden, noch auf den OP-Tisch gezerrt, weil man ja einen weißen Kittel anhat und Herr über Leben und Tod ist. Wenn man den ganzen pathetischen Firlefanz beiseite fegt, sieht man schnell, dass dieses System wie eine Seifenblase zerplatzen würde, wenn es nicht die finanzielle Mega-Motivation für dieses menschenunwürdige Handeln gäbe.

Denn ohne diese bräuchte es wirklich patientenorientierte Ärzte, die am Wohl ihrer Patienten und weniger an der daran zu verdienenden Kohle interessiert sind. Und dann dürfen die Patienten auch wieder zuhause sterben, im Kreis ihrer Familie und nicht in einer sterilen, kalten Umgebung: Der letzte Tritt in den Hintern, für den sie (und indirekt wir alle) auch noch bezahlen dürfen…

Dr. Thöns ist insofern ein Hoffnungsstreifen am Horizont, der zeigt, dass es diese Art der Schulmediziner doch noch gibt. Aber es gibt noch viel zu wenige von ihnen. Denn sonst bräuchte ich diesen Artikel nicht zu schreiben.

Kommentar:

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4 Kommentare zu “Wie das System möglichst viel an Sterbenden verdient und dazu Angehörige psychisch unter Druck setzt”

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