Werden wir eine chinesische Kolonie?

Quelle: netzfrauen.org

china2Die Chinesen befinden sich auf Einkaufstour in Europa und kaufen 16 000 Wohnungen – überwiegend in Berlin, aber auch in Köln, Kiel und Rendsburg. Im November kommen zu dem Hamburg Summit“ China meets Europe neben Gerhard Schröder auch die chinesische Vizepremierministerin Liu Yandong, der Vizepräsident der EU-Kommission, Jyrki Katainen, sowie weitere hochrangige Vertreter aus der chinesischen und europäischen Politik und Wirtschaft. Ein Abstecher zu den 1600 Wohnungen in Kiel und 1400 in Rendsburg könnte somit nichts im Wege stehen. 

In Itzehoe, Schleswig-Holstein, wird ein großes China Logistic Center gebaut. Mittlerweile wurden schon viele Unternehmen in Deutschland von China aufgekauft. Jetzt gibt es die passenden Wohnungen dazu. Der chinesische Staatsfonds CIC steigt Finanzkreisen zufolge in den deutschen Wohnungsmarkt ein. Ein fast 1,2 Milliarden Euro schweres Portfolio aus 16 000 Wohnungen geht an einen von der US-Investmentbank Morgan Stanley aufgelegten Fonds, wie der bisherige Eigentümer BGP Holdings mitteilte. Mit Abstand größter Investor in den geschlossenen Fonds sei CIC laut Kieler Nachrichten.

Der Europäische Immobilienmarkt schreibt dazu: China Investment Corporation (CIC) hat Berichten zufolge eine starke Präsenz im florierenden deutschen Mietwohnungsmarkt etabliert –  € 1,2 Mrd. Erwerb von 16 000 Einheiten von der in Luxemburg ansässigen BGP Holdings Morgan Stanley. Was China nicht aufkauft, kauft Blackstone auf!  

Über ChemChina haben wir Netzfrauen bereits berichtet. Es ist eines der größten Chemieunternehmen in China und zurzeit auf Shoppingtour. Allein 2015 hat ChemChina für den Erwerb von europäischen Unternehmen 32 Milliarden $ ausgegeben. Hinzu kommt noch Syngenta und auch den Maschinenbauer KraussMaffei hat es für 925 Mio erworben.

Chinas Aufstieg zur einflussreichen Wirtschaftsmacht und zu einem selbstbewussten politischen Akteur fordert den Westen heraus. Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der internationalen Politik tritt China deutlich selbstbewusster auf.

China

Bereits 2014 teilte die German Trade& Invest in einer Presseerklärung mit:

China verstärkt Engagement in Deutschland

Die chinesische Wirtschaftsförderung intensiviert ihr Engagement in Deutschland: Nach der Eröffnung der ersten Chinesischen Handelskammer im Januar dieses Jahres in Berlin wurde in diesem Sommer in Frankfurt ein Büro der chinesischen Investitionsförderungsgesellschaft in Frankfurt gegründet. Ziel der neuen Institution ist es, den Austausch und die bilateralen Investitionsaktivitäten zwischen Deutschland und China zu fördern.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen florieren weiterhin. So ist der Anteil deutscher Investitionen in China im Vergleich zur Aktivität sämtlicher EU-Staaten doppelt so schnell gewachsen. Auch in Deutschland, sowohl in den alten, aber auch neuen Bundesländern, werden chinesische Unternehmen ebenfalls immer aktiver. Rund 2000 Unternehmen aus China sind in der Bundesrepublik mittlerweile aktiv. „Mit einer Investorenkonferenz in Peking wollen wir diesem Trend Rechnung tragen und weitere potentielle Investoren vom Standort Ostdeutschland überzeugen. Unseren Schwerpunkt haben wir diesmal auf den IKT-Bereich gelegt“, so Dr. Jürgen Friedrich, Geschäftsführer bei Germany Trade & Invest.

Während der Investitionskonferenz, die am 16. Oktober 2014 in Peking stattfindet, werden Experten von Germany Trade & Invest die Standortvorteile Deutschlands und die IKT-Branche im Einzelnen vorstellen. Darüber hinaus werden Repräsentanten der Wirtschaftsförderung Sachsen und Sachsen-Anhalt die Besonderheiten ihrer Bundesländer präsentieren.

Darauf folgte dann 2015:

China ist wichtigster Investor in Deutschland

„Insgesamt gab es in Deutschland 1199 Ansiedlungsprojekte im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist ein Rekordergebnis. Damit verbunden sind mindestens 16 000 Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von über 3,2 Milliarden Euro“, so Benno Bunse, Erster Geschäftsführer von Germany Trade & Invest.

12.10.2016

Reich der Mitte will mit „Made in China“ an die Weltspitze

Shanghai (GTAI) – Das strategische Industrieentwicklungsprogramm „China 2025“ gleicht einer Kampfansage an das internationale Innovations- und Technologieestablishment. Das Papier skizziert Chinas Marschroute an die industrielle Weltspitze. Wer künftig Weltmarktführer bleiben oder werden will – ob aus- oder inländisch – dürfte an „Made in China 2025“ und seinen Ergebnissen nicht vorbeikommen. Deutschland zählt zu den bevorzugten Technologiepartnern. Erste Pilotprojekte zeigen dies bereits.

Wenn wir über die Übernahmen durch Chinas Investoren oder staatseigene Konzerne schreiben, ist es, als schrieben wir gerade einen Wirtschaftskrimi, doch es ist Realität. Die Frage ist berechtigt: Welche Alternative ist besser – „Heuschrecken“ aus den USA oder aus China?

Im Juli kam es in China zu einer Verhaftungswelle gegen Rechtsanwälte und Aktivisten. In einer landesweiten Aktion setzten die chinesischen Sicherheitsbehörden zwischen dem 10. und 12. Juli Dutzende Menschen fest. Betroffen waren Anwälte, Mitarbeiter von Kanzleien und Aktivisten. Nach Angaben der Hongkonger „Human Rights Lawyers Concern Group“ wurde der Großteil der insgesamt 106 einbestellten Personen am Abend des 12. Juli wieder freigelassen.

Der Chinesische Star-Investor Guo Guangchang ist einer der bekanntesten Unternehmer Chinas. Er war  laut chinesischen Medienberichten spurlos verschwunden. Womöglich wurde er verhaftet, berichtet das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“. Der Milliardär wird auch der chinesische „Warren Buffet“ genannt. Stellen Sie sich mal vor, Warren Buffet sei einfach spurlos verschwunden, das würde in den USA nie passieren, oder Bill Gates – nicht denkbar. Aber in China ist alles anders – und die Deutsche Regierung begrüßt, dass ein großes deutsches Unternehmen wie KraussMaffei bedenkenlos vom Staatsunternehmen ChemChina gekauft werden darf? Sie kennen KraussMaffei nicht? Dieser Konzern arbeitet zum Beispiel eng mit BMW zusammen.

Der verschwundene chinesische „Warren Buffet“ – Guo Guangchang ist mit seinem Konzern Fosun am Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor beteiligt. Im Sommer hatte Fosun den Kauf der Privatbank Hauck & Aufhäuser angekündigt. Kurz darauf preschten die Chinesen auch mit einer Übernahmeofferte für die BHF-Bank vor, wo sie bereits seit März 2014 mit 19,18 % der größte Anteilseigner sind. Dafür haben sie inzwischen unter Vorbehalt grünes Licht der europäischen Bankenaufsicht EZB bekommen, wie Insider berichten.

Der verschwundene chinesische „Warren Buffet“ ist kein Enzelfall. Anfang Dezember 2015 meldete der größte chinesische Broker Citic, dass zwei hochrangige Manager des Unternehmens verschwunden seien. Zuvor hatten die Behörden Ermittlungen gegen Citic und zwei weitere große Finanzhäuser des Landes eingeleitet. Im November wurde zudem der Hedgefonds-Milliardär Xu Xiang festgenommen.

Chinesischer Syngenta-Käufer ChemChina ist in Europa auf Shoppingtour

Wie berichtet, will China größter GMO-Produzent werden. Der chinesische ChemiekonzernChemChina  hat daher den  Agrochemiekonzerns Syngenta.gekauft

Lag der Fokus der chinesischen Auslandsinvestitionen einst auf ressourcenreichen Entwicklungsländern, haben die Konzerne aus dem Reich der Mitte inzwischen ein Auge auf führende Technologieunternehmen aus den entwickelten Volkswirtschaften geworfen. Laut der von Thilo Hanemann und Mikko Huotari erstellten Studie «Chinesische Direktinvestitionen in Deutschland und Europa» gab es zwischen 2000 und 2014 allein in der EU 1000 chinesische Neugründungen, Fusionen und Übernahmen im Wert von 46 Mrd. €.

  • Im März 2015 kaufte ChemChina für 7,1 Milliarden Euro das italienische Traditionsunternehmen Pirelli  – Für die Herren: Incl. dem aufreizenden Kalender, für den bereits Stars wie Sophia Loren, Brigitte Bardot und Penelope Cruz posiert haben.
  • 2011 investierte ChemChina 2,2 Milliarden $ in den Kauf vom norwegischen Elkem, einen Silizium-Hersteller.
  • 2006 erwarb ChemChina für 902 Millionen US $  Adisseo, einen französischen Konzern für Futtermittelzusatzstoffe.

Chinesische Investoren „bedienten“ sich in den letzten Jahren am europäischen Markt  einschließlich Volvo, Ferretti und Ferragamo.

Von 2000 bis 2014 beteiligten sich chinesische Firmen laut dem Mercator Institute for China Studies mit 46 Mrd. € an EU-Unternehmen, davon mit 7 Mrd. € in Deutschland, das hinter Großbritannien an zweiter Stelle steht.

2015 ging sogar erstmals eine deutsche Bank – die Privatbank Hauck & Aufhäuser – an einen Käufer aus China – an den verschwundenen 48-jährigen Guo Guangchang, der auf der Reichstenliste Chinas mit 7,2 Milliarden Dollar auf Rang 15 steht.

In Bulgarien eröffneten bereits acht große chinesische Konzerne ihre Betriebe.

Denn Bulgarien sollte einst das Technikland in Europa werden. Nun kauft China europäische Unternehmen auf, schließt deren Standorte und eröffnet sie in Bulgarien wieder neu. Immer wieder reisen unsere Wirtschaftsdelegationen nach China, auch in Begleitung von Frau Merkel. Der Handel mit China floriert. Menschenrechte haben hier keinen Platz. Dazu auch Europas eiserner Vorhang – rasiermesserscharfer Stacheldraht gefördert von der EU – Die Flüchtlinge sind im Balkan eingekesselt – die neuen Facharbeiter für die chinesischen Konzerne? Bulgarien hat wertvollen Boden wie die Ukraine. Hier hat sich China schon längst Millionen Hektar gesichert.

Die chinesischen Unternehmen fahren dabei folgende Strategie:

Sie übernehmen Firmen aus den EU-Mitgliedstaaten und verlagern diese nach Bulgarien. Ein Beispiel dafür ist der chinesische Staatskonzern Sjangtang Elektrik Manufacturing Group, der einen tschechischen Produzenten von Eisenbahnwagen aufkauft und die ganze Produktion in den modernen Industriepark bei Bozhurischte verlagern will. Ein weiteres Beispiel ist die Verlagerung eines italienischen Unternehmens für die Produktion von Yachten nach Varna.

Das Staatsunternehmen China National Chemical Corporation wurde im Jahr 2004 gegründet und auch wie andere chinesische Staatsunternehmen halten die sich mit Informationen zurück. Aber gerade ein solcher Gigant wie ChemChina zeigt, dass es sich um eine Kampfansage an die großen Unternehmen der Welt handelt. China braucht zukunftsfähige Marken, die mehr Gewinn abwerfen als jene Billigartikel, mit denen die Volksrepublik den Weltmarkt seit Jahren flutet. Sie brauchen Know-How – denn während hier in Europa die Großkonzerne für Entwicklung von Elektroautos: Milliarden-Subventionen erhalten, fahren in Brüssel Elektrotaxis aus China.

Weitere Übernahmen werden folgen. Als Teil eines von der Regierung aufgelegten Plans sind die Staatskonzerne seit Jahren auf deutsche Technologie erpicht, um die eigene Industrie voranzubringen.

China braucht Know-How, so steigt China zum führenden Lieferanten Saudi-Arabiens auf. Das Beispiel Maschinenbausektor macht es deutlich. Während der Einfuhranteil Chinas im Maschinenbau steigt, schrumpft die deutsche Exportwirtschaft in Saudi-Arabiens wichtigstem Sektor, dem Maschinen- und Anlagenbau.

Chinesische Konzerne laden ihre Mitarbeiter gerne nach Europa ein, so lud ein chinesischer Unternehmer in Mai 2015 seine 6000 Mitarbeiter u. a. nach Paris  ein, die Gruppe belegte etwa 140 Hotels. Chinesische Medien schätzten die Ausgaben für den mehrtägigen Ausflug auf 13 Millionen Euro. China ist dafür bekannt, dass es wie in Afrika oder anderswo immer ihre eigenen Mitarbeiter mitbringt.

Auf nach Frankreich – heißt es von der Staatsregierung China, darunter  u. a. der  Einstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng beim französischen PSA-Konzern oder dieÜbernahme von 49,99% der Anteile durch chinesische Investoren bei der Privatisierung des Flughafens Toulouse.

Unter den Zielen chinesischer Investitionen in Europa steht Frankreich an dritter Stelle. Wie in Deutschland oder dem Vereinigten Königreich ist in den letzten Jahren ein stetig zunehmendes Interesse von Unternehmen aus dem Reich der Mitte festzustellen. Nur in wenigen Fällen handelt es sich bisher um größere Projekte. Oft sind es zunächst Vertriebsbüros, mit denen chinesische Firmen ihre Präsenz in Europa ausbauen.

Wichtige Ziele chinesischer Investitionen in Europa (Zahl der Projekte)
Zielland 2012 2013 2014
Deutschland 46 68 79
Vereinigtes Königreich 27 29 40
Frankreich 6 14 17

Quelle: EY

«Schwärmt aus», rief die chinesische Regierung ihren Firmen zu, als das Land 2001 der Welthandelsorganisation beitrat – 2004 entstand ChemChina, mittlerweile ein Gigant. Weitere Übernahmen werden folgen. China hat auch Interesse an Nahrungsmittelkonzernen. Die großen Fleischproduzenten in den USA wurden bereits übernommen. Wer ist als Nächster dran?

Netzfrau Doro Schreier

Chinas Kampfansage an die großen Konzerne der Welt – nach Pirelli nun KraussMaffei – Wird Europa ausverkauft?

Die Spannung eskaliert – Krieg im Südchinesischem Meer – wir sagen ihnen warum – Is China Getting Ready to Wage a War in the South China Sea?

Giftiges Wasser – China leidet unter bedrohlicher Wasserkrise – China’s bottled water: the next health crisis?

China will größter GMO-Produzent werden und wirft Aktivisten aus dem Land – kaufen Chinesen doch Monsanto? ChemChina’s $44 billion bid for Syngenta – Sustainable Pulse Banned by China

Vorsicht: Noch mehr hochbelastete Lebensmittel aus China!