Die Masken sind gefallen – Syrien!

Nach fünf Jahren Krieg in Syrien sind die Masken gefallen. Die Verbreitung des Textes des US-Russischen Abkommens legt die versteckten Absichten der beiden Großmächte offen: Washington will die Seidenstraßeabschneiden, Moskau will die Dschihadisten vernichten. Darüber hinaus zeugen das Scheitern dieser Vereinbarung und die Debatten im Sicherheitsrat vom Surrealismus der Rhetorik von Präsident Obama: in fünf Jahren war er nicht in der Lage, eine Gruppe “moderater” Oppositioneller aufzubauen und konnte sie daher entgegen dem Wortlaut des Abkommens auch nicht einsetzen. Die Vereinigten Staaten sind nicht fähig, Wort zu halten.

Das Scheitern des US-Russischen Abkommens vom 9. September und die folgenden resultierenden Diskussionen im Sicherheitsrat erlauben, mehrere Hypothesen zu bestätigen.

- Das aktuelle strategische Ziel der Vereinigten Staaten in Syrien ist also, die Seidenstraße abzuschneiden. Sie ist seit vielen Jahren in Vorbereitung und  mit der Machtübernahme von Präsident Xi Jinping im Mai 2013 hat China die Wiederherstellung dieser historischen Kommunikationsachse zu seinem Hauptziel gemacht. Da China aber der größte Produzent der Welt geworden ist, beschloß Xi, sie durch eine weitere Seidenstraße über Sibirien und Osteuropa zu verdoppeln, bevor sie in die Europäische Union mündet.

Ganz konsequent organisieren die Vereinigten Staaten derzeit zwei Proxy-Kriege, den in der Levante und denjenigen in der Ukraine. Die Schaffung des Chaos in Syrien und im Donbass soll nicht die zynischen Theorien von Leo Strauss befriedigen, sondern ausschließlich zwei Reiserouten abschneiden.

Es war keine Überraschung, dass der Präsident der Ukraine Petro Poroschenko im Sicherheitsrat auftauchte, um die US-Delegation zu unterstützen, als sie Russland vorwirft, einen syrischen humanitären Konvoi bombardiert zu haben.

- Andererseits sah das US-Russische-Abkommen vor, dass die Vereinigten Staaten die “moderaten” Kämpfer von den “Extremisten” separieren; danach sollten diese “Moderaten” mit den beiden Großmächten und der Syrischen Armee an der Neutralisierung der “Extremisten” teilnehmen. Schließlich sollte in Damaskus eine Regierung der nationalen Einheit unter der Präsidentschaft von Baschar Al-Assad gebildetwerden, und zwar unter Einbeziehung von Vertretern der “Moderaten”, die am Endkampf gegen die “Extremisten” teilgenommen haben.

Aber nichts wurde in diesem Sinne getan. Das Engagement von Außenminister John Kerry hat sich als ein Wunschdenken herausgestellt.Washington hat keine Kämpfer für die Rolle der “Gemäßigten” gefunden. In Wirklichkeit sind alle “Gemäßigten” “Extremisten”. So musste man die Gelegenheit ergreifen – oder sogar fabrizieren – und einen humanitären Konvoi verbrennen, um seinen eigenen Widersprüchen zu entkommen. Die Rhetorik von Präsident Obama, nach der er jene Syrer unterstützt, die für Demokratie und gegen ein Regime kämpfen, das sie unterdrückt, entspricht nicht der Realität. Im Jahr 2013 hatte Präsident Vladimir Putin die Westler zurecht verspottet, welche die Kannibalen der Freien Syrischen Armee als “Moderate” betrachteten.

nordkaukasus- Schließlich zeigt dieses Abkommen, dass es Russlands Ziel ist, die Dschihadisten zu vernichten, die sich hier vorbereiten, Russland imKaukasus anzugreifen. Die verhandelte Lösung wäre für Moskau ideal gewesen: sie hätte dem Leid des syrischen Verbündeten ein Ende gesetzt, sie hätte einen Kommunikationsweg für den chinesischen Verbündeten eröffnet und hätte das Ende des internationalen Dschihadismusgarantiert.

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Im Gegensatz dazu aber hat Moskau jetzt erfahren müssen, dass seit dem Krieg in Afghanistan der Dschihadismus eine gegen Moskaugewandte US-Waffe ist und dass Washington sie nicht so schnell aufgeben wird. Natürlich sind sich die neuen Dschihadisten dessen nicht bewusst, aber jene, die seit 38 Jahren mit Hilfe der Vereinigten Staaten Krieg führen, können nicht leugnen, dass sie nur Söldner desPentagons sind.

Übersetzung: Horst Frohlich

Quelle
Al-Watan (Syrien)

http://www.voltairenet.org/article193507.html