7 Gründe, warum du am 18. September ganz einfach die Bank wechseln solltest

von  in utopia.de
Bank wechseln, Bankenwechsel, grüne Bank, Öko-Bank, Bank, FInanzenFoto © Gina Sanders / Fotolia.com

Die Bank wechseln? Das traut sich der durchschnittliche Deutsche nicht: Lieber an „bösen Banken“ kleben als den Wechsel wagen. Verständlich, aber nicht mehr nötig: Ab 18. September kann jeder wechseln, so einfach wie nie. Das neue Zahlungskontengesetz (ZKG) macht’s möglich.

Ein Girokonto ist wie eine schlechte Ehe: Man ist nur noch zusammen, weil man eben immer schon zusammen war; eine Trennung wäre sinnvoll, ja, aber irgendwie unbequem. Monatlich geht das Gehalt ein und die Miete weg, Web-Shops und App-Stores buchen ab. Würde man sich endlich voneinander lösen und die Bank wechseln, müsste man all das ändern, anpassen, neu einrichten … und wozu die Mühe? Für 0,01 Prozent Unterschied bei den Zinsen die Bank wechseln? Nein.

Kein Wunder, dass viele Verbraucher den Bankwechsel scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Was viele nicht wissen: Ab 18. September 2016 geht das alles viel einfacher. Denn dann muss Deutschland die sogenannte EU-Zahlungskontenrichtlinie (EU) in deutsches Recht umsetzen.

Dabei greift auch eine neue Regelung, wonach die Banken jeden Kunden beim Bankwechsel unterstützen müssen. Sprich: Dank Zahlungskontengesetz (ZKG) muss niemand mehr Daueraufträge selbst ändern, du wechselst ganz einfach von einer Bank zur nächsten.

Hier 7 Gründe, warum du zu einer nachhaltigen Bank wechseln solltest

Wenn du schon deinem Banker Adieu sagst, dann könntest du auch gleich zu einer guten, ethischen und grünen Bank wechseln. Warum? Hier die Gründe:

  1. Weil es einfach ist. Ab 18. September kann es jeder völlig problemlos, dank neuem Gesetz.
  2. Weil es richtig ist. Gegen konventionelle Banken spricht, dass sie häufig Geschäftsbeziehungen zu Waffenherstellern haben, sich an Nahrungsmittelspekulationen beteiligen, finanziell im Bereich schmutziger Energieerzeugung (Atom & Kohle) beteiligt sind und über Schattenfinanzplätze intransparent zweifelhafte Geschäfte machen – Details im Beitrag 5 Argumente gegen konventionelle Banken.
  3. Weil es sinnvoll ist. Für nachhaltige Banken spricht, dass sie das Gegenteil tun: Sie investieren nicht in Waffen, sie bremsen nicht die Energiewende, sie spekulieren nicht mit Nahrungsmitteln, sie agieren transparenter – Details im Beitrag: Nachhaltige Geldanlagen – 5 Fragen und Antworten.
  4. Weil es die Welt verändert. Nachhaltige Banken, von manchen daher auch Öko-Banken oder grüne Banken genannt, investieren stattdessen auf Basis von klaren Regeln in sinnvolle soziale Projekte oder in die Energiewende. 10 Beispiele: Projekte grüner Banken.
  5. Weil es sicher ist. Wollen da etwa grüne Träumer an unser Geld? Nein, es sind genauso Bankenprofis wie die anderen auch – nur eben mit Prinzipien statt mit Heuschrecken. Durch Einlagensicherungsfonds sind dort abgelegte Gelder genauso sicher wie bei den scheinbar seriösen Casino-Banken, denen wir den letzten Bankencrash verdanken.
  6. Weil überall Gebühren kommen. Die Niedrigzinspolitik der EU sorgt dafür, dass Banken mit Zinsen keine müde Mark mehr machen (sie sollen es ja investieren). Daher führen viele Banken derzeit Kontoführungsgebühren ein – auch deine Hausbank. Öko-Banken hatten schon immer Gebühren; weil’s jetzt also egal ist, kannst du zu auch zur grünen Bank wechseln. Nein, die ist nicht billiger. Aber eben besser.
  7. Weil du nichts vermissen wirst. Nachhaltige Banken bieten dir alles, was andere auch bieten: Girokonto. Kreditkarte. Tagesgeld. Fonds. Wertpapiere. Etc. Das volle Kapitalisten-Programm. Nur halt auf Basis von Investitionen in sinnvolle Sachen.

Mach mit bei der Umfrage: Würdest du zu einer grünen Bank wechseln?

So einfach ist der Bankwechsel

In der Praxis geht es so: Der Kunde erteilt seiner neuen Bank den Auftrag zur Hilfe beim Kontowechsel. Die neue Bank fordert die notwendigen Daten wie Daueraufträge, Lastschriftmandate, Überweisungen bei der alten Bank an – sie muss diese Daten innerhalb von fünf Tagen übermitteln.

Die neue Bank übernimmt die Daten in das neue Girokonto und informiert über den Wechsel die Inhaber der anderen, einzahlenden abhebenden Konten. Die alte Bank muss das Girokonto zeitnah schließen und gegebenenfalls ebenfalls über den Kontowechsel informieren.

Kurzum: So einfach konntest du noch nie die Bank wechseln. Und wenn du das ohnehin tust, dann wechsle doch am besten zu einer nachhaltigen Bank wie Ethikbank, GLS Bankoder Triodos Bank.

„Na gut, ich mach’s. Aber zu welcher Bank wechseln?“

Gute Entscheidung. Hier unsere Vorschläge:

EthikBank GLS Bank Triodos Bank
Girokonto 5 Euro/Monat 3,80 Euro/Monat* 3,50 Euro/Monat
Bankkarte frei/enthalten 15 Euro/Jahr 15 Euro/Jahr
MasterCard 25 Euro/Jahr 30 Euro/Jahr* 25 Euro/Jahr
Jugendkonten ja ja nein
App Online-Filiale+ GLS mBank keine
Tagesgeld ja ja ja
Bargeld mit Bankkarte kostenlos an ca. 20.000 Automaten in Deutschland mit Bankkarte kostenlos an ca. 20.000 Automaten in Deutschland mit Kreditkarte kostenlos an Maestro/MasterCard-Automaten weltweit
Basiskosten** 85 Euro/Jahr 90,60 Euro/Jahr* 82 Euro/Jahr
Website www.ethikbank.de www.gls.de www.triodos.de
Utopia-Nutzerbewertungen Ethikbank GLS Bank Triodos Bank

* ab 1.11.2016
** Girokonto, Bankkarte, Kreditkarte zusammengerechnet

Jetzt die Bank wechseln
Jetzt die Bank wechseln: Ab dem 18. September ist es einfacher (Foto: Avij (PD), Geld: EZB )

Hintergrund: das Zahlungskontengesetz (ZKG)

In Wirklichkeit heißt das ZKG „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie über die Vergleichbarkeit von Zahlungskontoentgelten, den Wechsel von Zahlungskonten sowie den Zugang zu Zahlungskonten mit grundlegenden Funktionen“ (Gesetz). Auf Basis der EU-Zahlungskontenrichtlinie sieht das Zahlungskontengesetz eine Neuregelung zahlreicher Zahlungsregelungen vor.

  • Mehr Vergleichbarkeit. Wenn Kunden heute die Bank wechseln wollen, fehlt es oft an hinreichend klaren Informationen. Doch nun werden dank Zahlungskontengesetz europaweit die Girokonten einheitlicher geregelt, damit die Kosten nachvollziehbarer und vergleichbarer sind.
  • Einfacher Bankwechsel. Kunden sollen es dank Zahlungskontengesetz ausdrücklich leichter haben, die Bank wechseln zu können, daher darf es nicht mehr mit finanziellen oder bürokratischen Hürden verhindert werden.
  • Leichterer Zugang. Mit der neuen Regelung hat nun auch jeder Recht auf ein Zahlungskonto in der EU. Während bei uns der Bankwechsel ein wichtiger Vorteil ist, stellt in einigen anderen EU-Ländern vor allem der gesetzlich vorgesehene Zugang zu einem Konto die wichtige Neuerung dar.

Fazit: Jetzt die Bank wechseln

Die Erleichterungen beim Bankwechsel, die durch das Zahlungskontengesetz kommen, sind nicht für die Öko-Banken erfunden worden. Aber durch sie wird alles transparenter – und wir alle können die Gelegenheit nutzen, zu einer faireren, ethischeren und nachhaltigeren Bank zu wechseln.

Habt ihr zu einer nachhaltigen Bank gewechselt? Was sind eure Erfahrungen? Habt ihr Post von eurer bisherigen konventionellen Bank bekommen? Welche Änderungen ergeben sich dort für euch? Schreibt uns in den Kommentaren!

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