Eine amerikanische Präsidentin mit Hirnschaden und dem Finger auf dem »roten Knopf« für die Atomwaffen?

von William Engdahl in info.kopp-verlag.de

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Rodham Clinton hat mit Unmengen von Skandalen zu kämpfen. Da sind z.B. die Skandale um den Rauschgiftschmuggel der CIA um den Agenten Barry Seal in Mena im US-Bundesstaat Arkansas, als ihr Ehemann William Jefferson Clinton dort gerade zunächst Justizminister und dann später Gouverneur war. Der investigative Journalist Ambrose Evens-Pritchard der britischen Tageszeitung The Telegraph dokumentierte dies in seinem 1997 erschienenen, aufsehenerregenden Buch The Secret Life of Bill Clinton: The Unreported Stories auf exzellente Weise zu einer Zeit, als sich Präsident Bill Clinton in den 1990er-Jahren einem Amtsenthebungsverfahren gegenübersah. Und dann sind da noch die zahlreichen Skandale im Zusammenhang mit der Clinton-Stiftung, die Peter Schweizer 2015 in seinem Buch Clinton Cash: The Untold Story of How and Why Foreign Governments and Businesses Helped Make Bill and Hillary Richdokumentierte.

Dort wird ausführlich dargelegt, wie Hillary Clinton unter Missbrauch ihres Amtes als Außenministerin umfangreiche saudische und andere »Spenden« in die Kassen der Clinton-Stiftung lenkte, deren Vorsitz sie nach ihrer Amtszeit als Außenministerin übernahm. Nicht zu vergessen ist der Skandal um E-Mails, auch mit Inhalten, die die nationale Sicherheit betrafen, die sie entgegen aller Sicherheitsbestimmungen über ihren privaten E-Mail-Server empfing und verschickte.

Aber dieser Skandal wurde von einer korrupten Justizministerin und einem ebenso korrupten FBI-Chef unter den Teppich gekehrt. Aber ein neuer Skandal stellt alle anderen in den Schatten. Er betrifft ihre Weigerung, alle sie betreffenden medizinischen Unterlagen offenzulegen, die z.B. Aufschluss darüber geben könnten, welche und wie viele Medikamente sie einnimmt und wie es um ihre Gesundheit nach einer Gehirnerschütterung im Jahr 2012 tatsächlich bestellt ist. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin leidet möglicherweise unter einer nicht heilbaren Demenz.

Am 8. August 2016 veröffentlichte ein Radiomoderator und Blogger aus New Jersey angebliche Kopien der medizinischen Akte Hillary Clintons aus dem Jahr 2014, die von ihrer Ärztin Dr. Lisa Bardack vom privaten Medizindienstleister Mt. Kisco Medical Group im Süden des US-Bundesstaates New York stammen sollen. Laut den Unterlagen schrieb Dr. Bardack, Clinton leide nach einer schweren Gehirnerschütterung, die sie sich am 7. Dezember 2012 noch als Außenministerin bei einem Sturz zugezogen hatte, unter einer »früh einsetzenden subkortikalenDemenz«.

Nach dem Sturz verbrachte sie laut Bill Clinton sechs Monate unter ständiger medizinischer Aufsicht im Krankenhaus. In einem Interview in der amerikanischen Nachrichtensendung ABC News erklärte er 2014, ihre Verletzung habe »sechsmonatiger erheblicher Behandlungen bedurft, um die Folgen zu überwinden«. Am 1. Februar 2013 trat die gegenwärtige demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton dann überraschend von ihrem Amt als Außenministerin zurück. In der Begründung war von gesundheitlichen Problemen keine Rede.

Im gleichen Artikel zitierte ABC News aus Berichten ihrer Ärzte, zu denen auch Dr. Lisa Bardackgehörte:

»Im Verlauf einer Routinenachuntersuchung wurde am Sonntag auch ein Magnetresonanztomografie-Scan erstellt … Auf den Aufnahmen war … ein Blutgerinnsel in der Vene zu erkennen, die sich in dem Zwischenraum zwischen dem Gehirn und den Knochen hinter dem rechten Ohr befindet. Es führte weder zu einem Schlaganfall noch einer neurologischen Schädigung. Um dieses Gerinnsel aufzulösen, begann das Ärzteteam, die Außenministerin mit Blutverdünnern zu behandeln.« – Dr. Lisa Bardack (Mt. Kisko Medical Group) und Dr. Gigi El-Bayoumi (George-Washington-Universität)

Laut Informationen der National Institutes of Health in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland gehört eine »subkortikale vaskuläre Demenz zu den fortschreitenden, unheilbaren Erkrankungen«. Zu den Symptomen gehören u.a. Vergesslichkeit, Veränderungen der Sprechweise, ein unsicherer Gang, Ungeschicklichkeit oder häufige Stürze, Persönlichkeitsveränderungen oder Stimmungsschwankungen.

Die Präsidentschaftskandidatin wurde von den Medien in den vergangenen Wochen häufiger in Situationen gefilmt, in denen sie stolperte und ohne ersichtlichen Grund hinfiel. Oft tritt sie in Begleitung eines Mannes auf das Podium, dessen Aufgabe es offenbar ist, einzugreifen, sollte sie das Gleichgewicht verlieren.

In der vorgelegten Kopie von Dr. Bardacks Bericht vom 5. Februar 2014 über die Nachuntersuchung heißt es, sofern sie authentisch ist, Clinton habe ihr berichtet, ihre »Ausfallerscheinungen, unwillkürlichenVerrenkungen und ihr Gedächtnisverlust hätten sich verschlimmert … Die Patientin erzielte beim heutigen Test eine signifikant geringere Punktzahl als beim Test im Jahr 2013… Die Patientin weist darüber hinaus Anzeichen häufig auftretenderkomplexer Anfälle auf.«

Das Lou Ruvo Center for Brain Health der Cleveland Clinic, das international als renommiertes Forschungszentrum zu Alzheimer und anderen Gehirnerkrankungen gilt, definiert eine »subkortikale vaskuläre Demenz« wie folgt: »Eine subkortikale vaskuläre Demenz (auch als ›Binswanger-Krankheit‹ oder ›Morbus Binswanger‹ bekannt) wird durch verbreitete, mikroskopisch kleine Schädigungen von Gehirnbereichen [etwa durch kleine Hirninfarkte] ausgelöst, die aufgrund von Verkalkungen und Verengungen (Arteriosklerose) der Blutgefäße erfolgen, die die subkortikalen Gehirnregionen mit Blut versorgen.«

Am 17. August dieses Jahres veröffentlichte der Wahlkampfstab Clintons eine Erklärung, die angeblich von Dr. Lisa Bardack stammte und FactCheck.org vorgelegt wurde. In der Erklärung wird Dr. Bardack mit den Worten zitiert, die [vom Blogger] vorgelegten Dokumente seien nicht authentisch, sondern »falsch und stammen nicht von mir und gründen sich auch nicht auf medizinische Fakten«.

Da der tatsächliche gesundheitliche Zustand der Person, die demnächst möglicherweise amerikanische Präsidentin wird, von großer öffentlicher Bedeutung ist, hinterlässt es einen schalen Beigeschmack, dass die Erklärung vom Wahlkampfstab Clintons und nicht von Dr. Bardack persönlich veröffentlicht wurde, um möglichen Gerüchten den Boden zu entziehen. Sie selbst weigerte sich, auf Anfragen der Medien zu reagieren. Das zitierte Dementi ist daher angesichts dessen, was für die USA und die ganze Welt auf dem Spiel steht, nicht ausreichend.

Selbst wenn sich der Wahrheitsgehalt des angeblichen medizinischen Berichts von Dr. Bardack nicht beweisen lässt, so steht doch außer Frage, dass Clinton während des bisherigen Wahlkampfes wiederholt in Situationen gefilmt wurde, in denen sie stolperte und hinfiel. Ein schlechtes Gleichgewichtsvermögen wird allgemein mit Schlaganfällen oder Kopfverletzungen in Zusammenhang gebracht. Hat sie im Dezember 2012 einen Schlaganfall erlitten, der ihren Sturz auslöste und letztlich die Gehirnerschütterung hervorrief? Oder löste die Gehirnerschütterung möglicherweise einen Schlaganfall aus? Und sind ihre Hustenanfälle eine Folge von Medikamenten, die sie gegen Anfälle einnimmt? Und wenn ja, um welche Medikamente handelt es sich?

In dieser Hinsicht lohnt sich auch der Verweis auf einen Artikel von Paul Joseph Watson, der am 15. August auf der Internetseite Infowars erschien. Er berichtet über Informationen, die einem seiner Mitarbeiter auf dem Wahlparteitag der Republikaner in Cleveland von einemGeheimdienstmitarbeiter übergeben wurden und die angeblich auf direkten Beobachtungen anderer Secret-Service-Mitarbeiter beruhen, die dem Clinton-Wahlkampfteam zugeteilt wurden. Dort heißt es:

  • »Hillary Clinton leidet unter ernsten neurologischen degenerativen Symptomen, bei denen es sich möglicherweise um Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung handelt.«
  • »In den drei Fahrzeugen, in denen Hillary Clinton reist, wurden entsprechende Sonderausstattungen eingebaut. Die Kosten dafür betrugen eine halbe Million Dollar. Zur Sonderausstattung gehören tiefergelegte Böden und ein behindertengerechter Zugang, der verhindern soll, dass Clinton herauskippt.«
  • »Hillary Clintons Wahlkampfstab versucht mit allen Mitteln, Clinton vor Journalisten abzuschirmen, da es bei ihr häufiger zu kurzen, sogenannten ›Petit-mal-Anfällen‹ kommt.« (Sekundenlange epileptische Anfälle ohne Stürze, aber mit einhergehender Bewusstlosigkeit.)
  • »Hillary Clinton hat größere Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, und beim Gehen. Sie stürzt häufig.«
  • »Clintons Wahlkampfstab wird sich gezwungen sehen, in Kürze eine umfassende Stellungnahme zu ihrem Gesundheitszustand abzugeben.«

Soweit die knappen Informationen von der Internetseite Infowars vom 15. August. Nur zwei Tage später erfolgte die Veröffentlichung des angeblichen Dementis hinsichtlich der Authentizität der durchgesickerten medizinischen Unterlagen über FactChek.org – wie gesagt, nicht von Dr. Bardack persönlich, sondern vom Clinton-Wahlkampfstab. Handelte es sich hier schon um die angekündigte umfassende Stellungnahme? Wenn ja, war dies allerdings ein schwaches Bild.

Was würden die wirklichen medizinischen Berichte Dr. Bardacks enthüllen? Welches Bild über ihren Gesundheitszustand würde sich aus den medizinischen Unterlagen Hillary Rodham Clintons aus dem Zeitraum ergeben, als sie sich sechs Monate lang einer Intensivbehandlung im Medical Center der Universität Columbia unterzog? Welche Medikamente nimmt sie gegenwärtig ein? Nimmt sie weiterhin Blutverdünner? Und wenn ja, in welchen Dosierungen, so dass kompetente Medizinexperten die Risiken einschätzen können. Nimmt sie Antidepressiva oder Aspirin?

Bei einer Person, die sich um öffentliche Ämter und insbesondere um das höchste Staatsamt in den USA bewirbt, gelten die normalem Maßstäbe der Privatsphäre nicht mehr. Diese Personen sind verpflichtet, ihren tatsächlichen Gesundheitszustand offenzulegen. Bisher hat Hillary Clinton dies verweigert. Dies ist nicht nur unverantwortlich, sondern auch alarmierend und beunruhigend.

Die Mainstream-Medien haben sich dieses Themas bisher nicht ernsthaft angenommen, aber die Öffentlichkeit hat das Recht auf eine vollständige und unvoreingenommene Analyse ihrer Gesundheit und ihrer bisherigen medizinischen Behandlungen. Sie kandidiert für das Amt des amerikanischen Präsidenten, und damit der Person, die letztlich über den möglichen Abschuss und Einsatz von Atomwaffen entscheidet. Sie kandidiert eben nicht für das Amt der Stadträtin von Mt. Kisco oder der Vorsitzenden der örtlichen Schulelternschaft. Wenn schon ihr eigener Ehemann gegenüber den Medien erklärt, sie habe eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, die eine sechsmonatige Behandlung erforderlich machte, um die Folgen zu überwinden, dann sollte man dies nicht auf die leichte Schulter nehmen.