Massenpanik vor Stephansdom nach Türken-Attacke

Stephansdom
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Türken und Kurden liefern sich Bürgerkriegsszenen – Wiener landen zwischen den Fronten.

Offiziell gibt es „keinen Grund zur Beunruhigung“, wie die Wiener Polizei auf ÖSTERREICH-Anfrage mitteilte. Tatsächlich habe es am vergangenen Samstag nur die allwöchentliche Kurden-Demo mit 350 Teilnehmern in der City gegeben. Am Ende der Schlusskundgebung am Stephansplatz/Stock-im-Eisen-Platz hätten dann gegen 20 Uhr zehn bis zwanzig Türken provoziert.

„Allahu akbar“

„Dann haben beide Seiten Pfefferspray eingesetzt, irgend­jemand hat laut ,Allahu akbar‘ geschrien. Aber die Polizei hat die Sache rasch beendet“, so Sprecher Paul Eidenberger.

Kein Grund zur Unruhe also? Tatsächlich sei es für ihn und Hunderte Passanten weit dramatischer gewesen, sagt Augenzeuge Leonhard P.: „Es entstand eine Massenpanik, bei der Hunderte in die Hotels, Geschäfte und Lokale in der Umgebung flüchteten.“

„Lebensgefahr“

Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde das Café Aïda in der Singerstraße: „Tische wurden umgeworfen, es lagen die Torten am Boden. Wir mussten zusperren, weil alle Todesangst hatten. Es war wie im Krieg. Die Lage ist völlig eskaliert“, sagt Aïda-Chefin Sonja Prousek – die Situation war „wirklich lebensgefährlich“. Josef Galley

Aida-Chefin Prousek: „Gäste hatten Todesangst – es war wie im Krieg“

Sonja Prousek, Chefin von Café Aïda, über den Terror in der Inneren Stadt.

ÖSTERREICH: Wie gefährlich ist der Demo-Krieg für die Innere Stadt?

sonja prousek: Das ist für Kunden, Mitarbeiter und Touristen unerträglich und gefährlich. Samstag eskalierte es. Es war wie im Krieg.

ÖSTERREICH: Was geschah?

prousek: Die Menschenmassen sind in Todesangst davongestürmt, haben sich überall versteckt. Pensionisten haben geweint, Kinder ihre Eltern verloren. Geschirr, Getränke und Essen sind am Boden gelandet.

ÖSTERREICH: Wie ging es im Café Aïda weiter?

prousek: Wir mussten sperren, da Kunden und auch Mitarbeiter bis in die Filiale in der Bognergasse geflüchtet sind.