Macht-Eliten: Globalisierer fordern zentrale Weltneuordnung

Andreas von Rétyi in info.kopp-verlag.de

Schon lange folgen Bilderberger und Co dem großen Ziel, die globale Kontrolle über die Welt zu erlangen. Vieles auf diesem Weg wurde bereits Realität. Und doch ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Kritische Beobachter verzeichnen allerdings gegenwärtig, dass jene Gruppen ihre Motive kaum mehr verbergen und auch keine Zweifel an ihrem Erfolg zu hegen scheinen. Zeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Umbruch?

Wer nicht zwanghaft dem Schema der Massenmedien folgt, sieht sich derzeit einem absonderlichen »Phänomen« gegenüber: Wohl nie zuvor haben die Macht-Eliten und ihre politischen Erfüllungsgehilfen ihre Absichten so offensiv und schamlos kundgetan. Zentralisierung im Sinne einer veränderten Weltordnung, das steht auf der Agenda.

Natürlich zirkuliert das Wort von der »Neuen Weltordnung« gerade abseits des Mainstreams schon lange. Die Entwicklung der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hat allerdings viele Aussagen unabhängiger Journalisten klar bestätigt. So blieb letztlich weit mehr die offizielle Berichterstattung auf der Strecke – und vieles an Erklärungen und Fakten schuldig.

Die aktuelle Situation aber macht nun ganz besonders deutlich, worauf die Sache hinausläuft. Das Brexit-Referendum erscheint einigen jener freien Kommentatoren geradezu wie ein Schalter, der umgelegt wurde und das Tor zu einer neuen Form propagandistischer Massenbeeinflussung öffnet. Bei alledem geht es nach Ansicht kritischer Berichterstatter um eine aggressive Strategie: nämlich die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Zentralbanken ihre Kapazitäten dringend zusammenlegen und als eine übermächtige Einheit fungieren müssen, um einer drohenden wirtschaftlichen Krise wirksam zu begegnen. Einer Krise, die für Außenstehende in ihrer ganzen Tragweite noch überhaupt nicht sichtbar sei.

Der Brexit wäre, aus dieser Perspektive betrachtet, wieder eine Operation unter falscher Flagge, eine Finte, ein synthetisches, bereits über Jahre hinweg durchgeplantes Konstrukt, ein Mittel zum Mehrzweck. Es wäre nicht das erste seiner Art. Künstliche Krisen und Bankencrashs haben bereits in der Vergangenheit einige »Überzeugungsarbeit« in der Öffentlichkeit geleistet und den Eliten durchaus dazu gedient, ihre Ziele zu erreichen.

Berühmt ist das David Rockefeller zugeschriebene Zitat: »Was wir benötigen, ist die eine, richtig große Krise, und die Nationen werden die neue Weltordnung akzeptieren.« Wann, wo und von wemder Satz auch immer formuliert wurde, er besticht durch seine Logik. Nie waren wir näher an dieser Situation als heute. Doch bereits die Gründungsgeschichte der FED und die frühen Treffen der Bilderberg-Gruppe reflektieren das Prinzip.

Wie sagte George Soros unlängst angesichts des Brexit? Das Referendum habe eine Krise der Finanzmärkte beschleunigt. Obwohl der Ausgang längst nicht klar ist, wird die »Aktion Brexit« ihre Spuren hinterlassen und die Märkte über Monate hinweg und länger beeinträchtigen – gerade, wenn die Investoren ihren blinden Glauben ans System zunehmend einbüßen, so prognostizieren nicht nur die Blogger der Plattform ZeroHedge, selbst wenn sich die Londoner Börse zwischenzeitlich vom großen Schock erholt hat.

Vor allem aber ist der Druck in Richtung noch stärkerer Kontrolle und noch größerer Großstrukturen spürbar. Deutlicher denn je. Das spiegeln auch die Massenmedien auf dem Finanzsektor wider. Das Bankensystem müsse extreme Maßnahmen zur Zentralisierung ergreifen, Eliten warnen vor größeren Krisen. Vor fast zehn Jahren warnten die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sowie der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einem Kollaps – das war 2007. Anfang 2008 ging es dann los; die Prognosen bestätigten sich.

Jetzt explodieren die Warnungen für 2016, wobei sich die Eliten bei ihren Vorhersagen selten täuschen. Der alte »Trick«. Wer eine Sache selbst einfädelt, wer den Boden des Unheils bereitet, kann die Zukunft treffsicher vorhersagen. Und wenn die sogenannten Eliten nun einmal über Jahre hinweg gewisse grundlegende, richtungsweisende Vorbereitungen getroffen haben, wundert eigentlich nichts mehr.

Von einer neuen Ordnung war in der jüngsten Zeit doch recht viel zu vernehmen. Kaum etwas, das nicht neu geordnet werden müsse. Das Bankensystem, Europa, eigentlich die ganze Welt. Werden damit nun Ungleichgewichte ausgeglichen oder erst weit gravierendere Ungleichgewichte geschaffen? Spekulanten wie George Soros freuen sich ohnehin weit mehr über solche Zustände als dass sie sie fürchten. Spekulanten seiner Klasse haben auch nichts gegen Brexit-Ängste, jonglieren gerne mit ganzen Volkswirtschaften. Und jetzt ist es wohl an der Zeit, dass sich die Bevölkerung »endlich« einer neuen Phase der Globalisierung beugt.

Ein aktueller BloombergArtikel titelte ursprünglich, EZB-Chef Mario Draghi sehne sich nach einer neuen Weltordnung, wie sie »Populisten zu hassen lieben würden«. Die ursprüngliche Überschrift wurde allerdings bald abgeändert. Fortan war nur noch von »einer Weltordnung« die Rede. »Neu« fiel plötzlich unter den Tisch. Doch wie man das Kind auch nennen mag, am Resultat ändert das nichts. Die »Central Bankers« sollten sich nicht um einheimische Probleme und Politik sorgen, so die Forderung. Sie sollten sich vielmehr global koordinieren, um »globale Probleme« zu bewältigen.

Dabei hält die 1930 gegründete BIZ bereits die globale Kontrolle bei Entscheidungsprozessen sämtlicher anderer Zentralbanken inne. Ihre Geschichte ist durchaus bemerkenswert. Ein konspirativer Charakter kann da nahezu unmöglich geleugnet werden. Zumindest gab es von Anfang an erstaunliche personelle Verbindungen, die ganz offenbar bis heute nachwirken. 1939wurde der Amerikaner Thomas McKittrick zum BIZ-Chef gekürt, ein Wall-Street-Anwalt. Und der stand vor allem für die Anliegen der Rockefeller-Familie ein. Das sind nun einmal die Fakten. Genauso wie geheimnisvolle Transaktionen im Nazi-Deutschland oder die personellen Verflechtungen mit der CIA sowie dem Council on Foreign Relations (CFR).

Im November 1983 erschien in Harper‘s Magazine ein noch heute äußerst lesenswerter Beitrag von Edward Jay Epstein – Titel: »Ruling The World of Money«. Als Herrscher über die Welt des Geldes war natürlich die BIZ gemeint. Hier wird schnell klar, wie weit deren Macht schon lange geht. Nur, davon kann es bekanntlich für einige Kreise gar nicht genug geben. Nun verlangt die BIZ nicht nur eine globale Koordination der Bankenstrategie, sondern globale Regeln für alle Zentralbanken. Kritiker sehen in diesem Ruf die eindeutige Absicht, die große Masse dazu zu bewegen, eine globale Zentralbank nicht nur zu akzeptieren, sondern sie regelrecht zu verlangen. Das ist letztlich auch ein schon vor Jahrzehnten von Bilderberg anvisiertes Ziel.

Fürsprecher der gegenwärtigen »Eliten« fordern diese Kreise geradezu auf, aggressiv tätig zu werden. Da wäre beispielsweise der amerikanische Journalist James Traub, Mitglied des CFR. In einem Beitrag für Foreign Policy, einem vom berühmt-berüchtigten Samuel P. Huntington 1970 gegründeten Magazin zur US-Außenpolitik und internationalen Beziehungen, will er die Stoßrichtung klar vorgeben. Sein Kommentar titelt: »Es ist Zeit für die Eliten, sich gegen die ignoranten Massen zu erheben«. Der Brexit habe das politische Schisma unserer Zeit offengelegt, so erklärt Traub. Auch bei ihm wird das Referendum zum Schlüsselereignis und zum schlagenden Argument, gleichsam neue Saiten aufzuziehen und die Stunde der Eliten einzuläuten.

Alles scheint gut orchestriert zu sein. Im vergangenen Mai erklärte BIZ-Chefökonom Claudio Borio, eine neue globale Geldordnung sei nötig, um das Dollar-System zu ersetzen. Wiederholt hatte er vor einer neuen Finanzkrise gewarnt. Das neue System aber werde eine Krise vermeiden können – indem es alle nationalen Zentralbanken neuen Regeln unterstellte, die ein koordiniertes Handeln erzwingen würden. Alles offenbar unter BIZ-Ägide.

Auf jeden Fall scheint der Brexit global einige Wirkung zu zeitigen. Einen Tag nach dem Referendum äußerte China seinen Wunsch nach einer engen Kooperation zwischen seiner Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) mit der Weltbank, in völligem Einklang mit den Absichten der aggressiven Globalisierer. Es gehe um verstärkte Koordination. Dies auch, um einer sich massiv aufschaukelnden, gefährlichen Entwicklung vorzubeugen – der berühmte Schmetterlingseffekt. Und aus der EU sind wiederum Vorschläge zur Bildung eines europäischen Superstaates zu vernehmen. Der immer lauter hörbare Aufruf zur totalen Zentralisierung, wie sie auch ihren Teil zur totalen Kontrolle beisteuert, bereitet manchen Beobachtern ernste Sorgen. Sie erkennen darin ein klares Signal, dass sich für uns alle bald sehr vieles deutlich ändern wird.