Russische Krim von Deutschland anerkannt? – Dokument sorgt für Aufsehen

Quelle: de.sputniknews.com

Die ukrainische Journalistin Emine Dzheppar ist in einem in Deutschland ausgestellten offiziellen Dokument auf einen interessanten Fakt gestoßen: Im Adressfeld steht „Simferopol, Krim, Russland“. Damit haben wohl deutsche Behörden erstmals die Krim als Teil Russlands anerkannt.

BRD Krimanerkennung

„Die deutsche Visastelle bei der [deutschen — Anm. d. Red] Botschaft schickte so ein Einladungsschreiben einer Familie auf der Krim. Das Dokument wurde in Deutschland (Hannover) ausgestellt, dabei wurde ein ukrainischer Pass vorgewiesen“, schreibt die Journalistin auf ihrer Facebook-Seite.

Aufgrund dieses Dokuments sei dann ein Visum ausgestellt worden, so die Ukrainerin weiter. Sie forderte ihre Kollegen auf, diese Nachricht aufzugreifen und zu verbreiten. Ukrainische Blogger reagierten laut dem Fernsehsender Ren-TV aufgebracht auf das Dokument.

Jegliche versöhnliche Töne Deutschlands gegenüber Russland in Bezug auf die Krim stoßen immer wieder in der Ukraine übel auf. So löste der Beitrag des Kolumnisten und ehemaligen Chefredakteurs der Zeit,Theo Sommer, scharfe Kritik aus Kiew aus: Sommer hatte in dem Text aufgerufen, die Krim als Teil Russlands anzuerkennen. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrej Melnyk, kritisierte den Vorschlag des Journalisten als „unverantwortlich und zynisch“. Sommer habe versucht, in der Geschichte „einen Vorwand für heutige Grenzverschiebungen“ zu suchen.Zuvor hatte es einen ähnlichen Fall mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel gegeben, als dieser sich für eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen gegen Russland aussprach. „Wir wissen alle aus unserer Erfahrung, dass Isolation auf Dauer gar nichts bringt. Am Ende hilft nur Dialog“, sagte der SPD-Politiker. Melnyk forderte von Berlin eine Erklärung, ob die Worte Gabriels tatsächlich der offiziellen Haltung der deutschen Regierung entsprechen würden.