Griechische Fischer behaupten: Flüchtlingen wurden in der Türkei die Organe ausgeweidet und die Körper in neutrale Gewässer entsorgt

Solche und ähnliche Berichte sind uns schon öfters zu Ohren gekommen. Es ist ein grausames Geschäft, der Krieg, die damit ausgelöste Flüchtlingsflut, die verursachende Kabale und die Gutmenschen. (Anm. der Redaktion)

Darja Aslamowa ist im Lager der Migranten auf der Insel Lesbos gewesen und fand heraus, wer und wie aus der menschlichen Tragödie Gewinn zieht

Von Darja Aslamowa, Quelle: www.kp.ru, Übersetzung: fit4Russland

Sie schwimmen in den klaren Schichten des Mittelmeers, kleine Menschen mit fest zusammengepressten Lippen und wachsfarbenen Gesichtern. Die Wellen schütteln sie wie in einer blauer Wiege. Salz zerfrisst ihre Haut und die Fische fressen ihr Fleisch. Die starke Strömung wirft kleine Wasserleichen an den griechischen Inseln direkt auf die nackten Steine.

Die vergangenen Herbst und Winter des letzten Jahres sind zu einem Alptraum für die Bewohner der Insel Lesbos geworden. Von hier bis zur türkischen Küste sind es nur sechseinhalb Kilometer. Die Leichen der Flüchtlinge, Kinder und Erwachsenen, es war nirgends Platz, sie zu begraben. Auf der Insel gibt es einfach keine Plätze auf den Friedhöfen wegen des Mangels an Land, und die Gräber sind teuer. Einmal stand der Container mit 120 Leichen fast zwei Wochen in der Hitze. Schließlich wurde in den Bergen der alte verlassene Friedhof gefunden, zu dem bereits der Durchgang zugewachsen war. Dorthin wurden sie in anonyme Gräber unter Nummern gelegt. Weder Namen noch Nationalitäten. Vielleicht wird ihnen einmal jemand ein Denkmal setzen: „Für Diejenigen, die ihr Ziel nicht erreicht haben“.

Aber die griechischen Tavernen sind voll von schrecklichen Gerüchten. Betrunkene Fischer schlagen mit den Fäusten auf die Holztische und schwören: „Ja, ja! Wir sahen es mit eigenen Augen! Kinder und Erwachsene mit notdürftig vernähten Bäuchen!„. Ihnen wurden die Organe ausgeweidet.

Dort, in der Türkei. Dann warfen die Hehler die Leichen in neutrale Gewässer, in der Hoffnung, dass die Fische und Salz Handwerkerarbeit unerkennbar machen.

„Warum hat die Polizei hier, auf Lesbos, die Untersuchungen nicht begonnen?“, fragte ich skeptisch.

„Ach, was weißt du?“, schreit der Hafenarbeiter (die Leute hier sind sehr emotional) namens Stavros. „Du hast keine Ahnung, was hier vorging. Mit dem Ende des Sommers sind an der Küste täglich Tausende von Menschen angelandet. Ein Teil von ihnen waren Kranke und Verletzte. Bei uns auf der Insel gibt es nicht einmal genug Ärzte für uns selbst und dann so eine Invasion! Keiner war darauf vorbereitet. Die Behörden mussten über die Lebenden nachdenken und nicht über Wasserleichen oder über jene, die erst auf der Insel starben. Es herrschte eine höllische Hitze, die die Leichen zersetzte. Keine Untersuchungen. Schnell in die Erde und vergessen. Aber ich kann einfach nicht vergessen. Bei einem Jungen waren die Augen herausgeschnitten. Ausgeschnitten. Man sagte mir: Fische hätten sie gefressen. Ha! Ich gehe an jedem Wochenende seit dreißig Jahren zum Angeln. Ein Fisch ist doch kein Chirurg. Was glaubst du, wofür braucht man Augen? Für Hornhaut-Transplantationen. Ich wusste es vorher nicht. Das Kind steht mir immer noch vor Augen“.

Das profitabelste Business

Im vergangenen Dezember haben die türkischen Behörden den Bürger Israels (ursprünglich aus der Ukraine), Boris Walker (früher Wolfman) festgenommen, der bei syrischen Flüchtlingen Organe aufkaufte. Die Entnahme von Organen geschah in privaten türkischen Kliniken. Es stellte sich heraus, dass Walker/Wolfman längst von Interpol gesucht war und nicht nur wegen des Handels mit Organen, sondern auch für die Organisation illegaler Organ- Transplantationen im Kosovo, in Aserbaidschan und Sri Lanka in den Jahren 2008-2014. Dieses schwarze Doppelgeschäft brachte ihm eine großartige Rendite: 70 bis 100 Tausend Euro für eine Organtransplantation und -beschaffung!

Vor kurzem nannte die amerikanische „Newsweek“ eine schreckliche Zahl: 18 000 syrische Flüchtlinge in der Türkei und im Libanon verkauften ihre Nieren, um nach Europa gehen zu können. Und das sind nur die offiziellen Daten!

Informationen über Erwachsene gibt es, aber über die Kinder nicht. Kinder-Organe sind die teuersten. Alle liebenden Eltern werden alles verkaufen und alles geben, um das Leben Ihres Kindes zu retten.

„Der illegale Handel mit Organen ist ein Teufelskreis“, erklärte mir ein griechisches Arzt, Dimitris Xenakis. „Alle sind am Schweigen interessiert. Der verstorbene Spender kann schon nichts mehr erzählen. Schweigen werden auch die Ärzte-Schlächter, die Vermittler und die Empfänger, die überhaupt nichts wissen wollen.

Früher war der Handel mit Organen nur in Ländern der Dritten Welt möglich. Z. B. hatte sich Indien schon seit langem zu einem Land verwandelt, wo der „Organ-Tourismus“ boomt. Das Schlimmste ist, dass dieses Geschäft nicht ohne Protektion von hohen „Eliten“ möglich ist. Ich spreche hier nicht über die lokalen Regierungen. Die herausgeschnittene Niere überlebt nur ganze 48 Stunden, die Leber und die Bauchspeicheldrüse noch weniger. Das heißt, nach der Abnahme bis hin zur Transplantation geht es um Stundenfrist. Wer ist in der Lage, Organe mit dem Flugzeug zu schmuggeln, zum Beispiel aus Somalia oder Kenia? Ohne Zollkontrolle zu einem beliebigen Punkt der Erdkugel?“

„Wen meinst du?“

Mein Gesprächspartner lächelt sanft: „Ich will nicht die Lizenz verlieren und in Gerichtsprozesse verstrickt werden. Suchen Sie selbst“.

Wo sind die vermissten Kinder?

Am 31. Januar dieses Jahres verblüffte Interpol die Welt mit einer monströsen Zahl: In Europa sind 10 000 Flüchtlingskinder verloren gegangen. Nach ein paar Monaten korrigierte Interpol diese Zahl auf 12 000.Es handelte sich nur um Registrierte (!) Kindern. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Von Juli bis September war ich als Reporterin mit Flüchtlingen unterwegs auf vielen Straßen. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Tausende junger aggressiver Männer die Grenzübergänge stürmten oder einfach nur durch den Wald gingen. Viele von ihnen trugen auf den Händen kleine Kinder, die vor Angst und Müdigkeit direkt vor Fernsehkameras weinten. Viele Flüchtlinge hatten keine Pässe, die wären angeblich während der Bombenangriffe verbrannt worden und natürlich hatte keiner von ihnen Dokumente für die Kinder.

In den ersten verrückten Monaten registrierte niemand weder die erwachsenen Flüchtlinge, noch die Kinder. Angesichts dieser Tatsache kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Zahl der vermissten Kinder nicht weniger als 25-30 Tausend beträgt! Allein im gut funktionierenden und disziplinierten Schweden sind 1000 registrierte(!) Kinder verloren gegangen.Niemand sucht sie. Ich schickte eine Anfrage an Interpol mit der Bitte, mir als Journalistin mitzuteilen, mit welchem von den Ermittlern ich Kontakt aufnehmen könnte. Als Antwort habe ich nur dröhnendes Schweigen bekommen.

„Ein kleines Kind: das ist so etwas wie ein Visum und Schutz“, erzählte mir die mazedonische Journalistin Milena, mit der wir uns im Lager für Flüchtlinge Idomeni trafen. „Ich arbeite oft an der griechisch-mazedonischen Grenze und sah, wie sich die Männer mit den Kindern im Arm auf die Polizisten stürzten, wohl wissend, dass keiner es wagen würde, ein Kind zu schlagen.

Und ich bin mir absolut sicher, dass es nicht ihre Kinder waren. Ich rede nicht einmal über die auffällig ungleichen äußeren Aussehen: Dunkelhäutige, junge Kerle mit blauäugigen und hellhäutigen Jungen. Ich rede über etwas Anderes. Kein Elternteil wird sein Kind ins Tränengas schicken und wird nicht eilen, sich in wogende Menschenmasse hineinzudrängen. Damit zugleich riskieren, dass sein Kind schlimmstenfalls zertreten werden könnte!

Als die Balkan-Route noch funktionierte, fanden serbische Polizisten im Wald ein paar kranke, kleine Kindern, die Angst hatten und nicht imstande waren, ihren eigenen Namen zu nennen. Wahrscheinlich wurden sie zurückgelassen, weil sie erkrankt und zu einer Belastung für die angeblichen Väter geworden waren. Für einen Flüchtling ist ein starkes, gesundes Kind ein Kapital. Wenn es gut aussieht, ist es in ein Bordell verkaufbar. Wenn nicht, so wird es, wie ein Schweinchen in der Metzgerei, wegen seiner Organe ausgeweidet. Nebenan ist der Kosovo und Albanien mit großer Erfahrung in solchen Operationen seit der Bombardierung Jugoslawiens. Und niemand wird dieses Kind suchen, es hat auch keine Papiere“.

Wer sind diese Kinder?

Sie wurden gekauft. Seit seinem Bestehen handelt ISIS aktiv auf den Märkten mit Frauen und Kindern. Am teuersten sind Mädchen und Knaben bis 9 Jahre, die werden in die sexuelle Sklaverei verkauft. Am meisten litten die Jesiden, weil sie für die Terroristen keine richtigen Menschen, sondern „Ungläubige“ sind. Im Tempel der Jesiden Lalisch in der Nähe von Mosul, in einem der ältesten Tempel der Erde, sah ich noch vor zwei Jahren überlebende Flüchtlinge. Aber unter ihnen gab es fast keine Kinder. Wenn es Erwachsenen gelang zu fliehen, dann starben fast alle Jesiden-Kinder, oder blieben in Gefangenschaft.

Die Katholikin Maria, die aus Mosul geflohen war und die ich in Ankaw, einem christlichen Stadtteil der Irakischen Erbil kennengelernt hatte, erzählte mir mit leiser Stimme, was für Glück sie gehabt hatte. Vor der Einnahme der Stadt konnte sie ihre einzige Tochter zu Verwandten in Erbil schicken. Sie und ihr Mann sind in Mosul geblieben, weil sie einfach nicht geglaubt hatten, dass die irakische Armee in wenigen Stunden eine riesige Stadt aufgeben würde.

Einen Teil der Christen setzten die Terroristen in Busse, raubten sie bis auf die Knochen aus (Maria trug goldene Ohrringe, musste sie abgeben und ihr Mann hatte Angst, den Mund zu öffnen, um seine goldenen Zähne nicht zu zeigen). Und dann spielten sich im Bus tragische Szenen ab. Die Terroristen rissen einer jungen Mutter ihre fünfjährige Tochter aus den Händen und andere hatten ihr zuvor mit vorgehaltener Waffe ihren zehnjährigen Sohn abgenommen. Niemandem von den Christen war es vergönnt, ihre lieben, schönen kleinen Kinder mitzunehmen.

Unter den Kindern, die nach Europa gebracht wurden sind auch viele Kinder des Krieges, Waisen, deren Eltern während der Bombardierungen starben. Oder einfach nur diejenigen, die in dem Chaos der Kämpfe verloren gegangen sind.

Nach Einschätzungen der Vereinten Nationen waren allein in Syrien in den Kriegsgebieten etwa 5 600 000 Kinder. Man kann sich das so vorstellen: Ein dreijähriges Kind überlebt in dem Haus, wo seine Eltern getötet oder verletzt sind. Ein schreiendes Kind kann ein „guter Onkel“ mitnehmen, der ihm Süßigkeiten oder Spielzeug gibt. Schon nach ein paar Wochen wird sich das Kind an den Onkel gewöhnen und nach ein paar Monaten bleiben über die Eltern nur vage Erinnerungen. Wenn sie denn überhaupt noch bleiben.

Auf der Fähre nach Lesbos habe ich einen Steward kennengelernt. (Ich nenne ihn Costas, sonst verliert er seinen Job). Innerhalb von 10 Monaten hat er Zehntausende von Flüchtlingen gesehen, die auf den europäischen Kontinent strebten.

Als ich ihm erzählte, wie die EU-Behörden hoffen diese Millionen-Masse von Menschen zu integrieren, bekam Costas einen Lachanfall.

„Diese Euro-Bürokraten sollten unsere Luxus-Fähre besuchen, wo alles vergoldet ist und mit Teppichen belegt“, sagt er. „Wir waren erschrocken, als wir bemerkten, dass die Flüchtlinge aus Afrika, Pakistan und Afghanistan, die mir eigentlich Leid tun, in die Ecken schissen. Als wir sie erwischten, erklärte uns einer von ihnen, der nicht schlecht Englisch konnte, dass nicht sie sondern wir die unzivilisierten Menschen seien und wir die falschen Toiletten hätten. Muslime gingen nicht auf solche Toiletten, umso schlimmer ist, dort gäbe es keine Krüge mit Wasser für das Abwaschen der rechten Hand, mit der man sich anstelle von zusätzlich Papier zu verschwenden als Muslim den After abwischt. Muslimische Intimpflege. Deshalb haben sie es bevorzugt, unsere Teppiche einzudrecken“.

Wenn es dann in unserem Gespräch um vermisste Kinder ging, wurde Costas regelrecht finster:

„Ich bin 50 Jahre alt und ich wurde erst spät Vater. Ich habe eine junge Frau und eine dreijährige Tochter. Vielleicht bin ich deswegen so sentimental. Einmal sah ich einen Schwarzen auf der Fähre mit einem hellhaarigen und blauäugigen Kleinkind auf dem Arm. Ich fragte ihn: „Wie heißt du und wer ist dieses Kind?“ Er antwortete mir trotzig: „Ich bin George Melanie und das ist mein Sohn. Was willst du?“ Mir wurde vor Wut schwarz vor den Augen. Ich wartete auf die Nacht und als die Passagiere auf ihren Sitzen schliefen, drängte ich ihn in eine stille Ecke. Ich bin ein ehemaliger Soldat der Special Forces und, ich gebe zu, ich habe ihn zusammengeschlagen. Er gab dann zu, dass sein Name Ahmed ist und er das Kind für 1000 Dollar in der Türkei, in einem Lager für Flüchtlinge gekauft hatte . Er rechnete fest damit, es in Europa profitabel verkaufen zu können. Wir teilten das ans Festland mit und im Hafen warteten schon Polizisten auf diesen Ahmed. Was dann aus dem Kind geworden ist weiß ich nicht.“

„Was hätten wir tun sollen?! Wir sind doch Menschen!“

Eric und Philippa Kempson, ein englisches Paar mit ihrer Tochter, kamen vor sechzehn Jahren nach Lesbos und verliebten sich geradezu in diese Insel. Sie mieteten ein kleines Haus am Ufer des Meeres und sind hier geblieben. Sie sind keine reichen Leute. Eric ist ein wunderbarer Künstler und macht wahre Kunstwerke aus Olivenholz. Auch Philippa ist eine Alleskönnerin. Touristen kaufen ihre Souvenirs und sie hatten ein ruhiges Leben. Bis Februar letzten Jahres.

„Flüchtlinge gab es hier auch schon davor viele, wir haben jedoch versucht, sie zu ignorieren“, sagt Eric. „Aber im Februar 2015 war der Flüchtlingsstrom drastisch höher. Menschen kamen frierend, krank, unglücklich und bei uns im Bezirk gibt es keinen einzigen Arzt. Ihre Boote zerbrachen über den Steinen.

Wissen Sie, warum? Zwei Kilometer vor der Küste brachen die Schmuggler, die nicht wollten, daß sie von den griechischen Behörden erwischt werden, den Schlüssel im Zündschloss ab, wechselten über in ein Sammel-Motorboot ihrer Schmuggler-Kumpane und machten sich auf und davon. Die Boote, überfüllt mit Menschen, rasten mit voller Geschwindigkeit auf das Ufer zu, und die verwirrten Passagiere wussten nicht, wohin sie die Ruder lenken sollen. Deshalb zerbrachen so viele Boote an den Klippen. Ich stand im Morgengrauen auf und blinkte den Booten zu, wohin sie sich am besten annähern könnten.

Einmal sah ich ein schreckliches Bild! Ein riesiges Boot, an dessen Bord sich 300 Personen befanden, lief auf die Klippen auf und sank in nur wenigen Sekunden! Es war wie in einem Film. Hier gibt es das Boot noch, aber von einem Augenblick auf den anderen ist es plötzlich nicht mehr da!Wir stürzten ins Wasser, um Verunglückte zu retten. Meine siebzehnjährige Tochter wäre fast ertrunken, als sie versuchte ein Baby zu retten, weil irgendein Afghane nach ihr gegriffen und unter Wasser gezogen hatte. Aber es gelang ihr, sich zu wehren und mit dem Kind an Land zu kommen. An diesem Tag starben sechzig Menschen“.

„Was passiert dann mit all diesen angelandeten Booten?“

„Oh, wir haben hier eine ganze Sammlung von auch sehr teuren Booten. Die Behörden bringen sie in die Berge und planen sogar, sie einfach zu verbrennen.“

„Die Flüchtlinge im Lager Idomeni erzählten mir, dass sie in der Türkei versucht hätten, ein Boot für 5000 US-Dollar zu kaufen. Das ist billiger, als wenn jeder 1500 US-Dollar für den sechs-Kilometer Spaziergang bis Lesbos bezahlen würde. Aber dann verwarfen sie diese Idee. Die Schmuggler arbeiten nämlich zusammen mit der türkischen Polizei. Sobald die Flüchtlinge ein Boot kauften und selbst in Richtung Griechenland ablegten, kam ein Boot der Polizei von der türkischen Küste und versenkte das Boot mitsamt den Menschen im Meer!“, konnte ich Eric berichten.

„Das glaube ich“, sagt Eric. „Schmuggler und Polizisten, das ist ein und dieselbe Mafia in der Türkei. Ein wahrer Albtraum begann im Sommer. Pro Tag kamen etwa 200 Boote an. Ich erinnere mich, dass jedoch an einem einzigen Oktobertag 800(!) Boote ankamen und am Ufer gleichzeitig 12 000 Menschen waren.“

Die Menschen kamen und wateten aus dem Meer heraus, gingen direkt an die Tür des Hauses von Eric und Philippa, wie Geister, mit fieberhaft glühenden Augen, mit den Haaren voller Sand, mit Blasen und Schnitten an den Beinen. Sie baten um Wasser, Nahrung, Medikamente und Ärzte für Verwundete und Kinder.

„Wir arbeiteten 24 Stunden am Tag und haben einfach aufgehört zu schlafen“, fährt Eric fort. „Wir haben alles auf Video gedreht, auf YouTube und Facebook eingestellt und aufgerufen: „Wir brauchen Freiwillige, wir benötigen Hilfe! Aber ihr müsst uns kein Geld geben.

Bezahlen sie Rechnungen für Lebensmittel und Medikamente in den nebenliegenden Geschäften auf unseren Namen“. „An einem Tag bezahlte ein freundlicher Mensch 3500 Flaschen Wasser. Und andere Menschen folgten. Dann kamen die ersten Freiwilligen. Die ersten Zelte wurden aufgestellt, die wir zuerst direkt in unserem Hof und dann am Ufer hatten. Die Flüchtlingsfrauen mit Kindern durften sich waschen und 24 Stunden ausruhen.

Weiter hatten sie einen dreitägigen Weg über die Berge in den wichtigsten Hafen von Lesbos mit den Kindern im Armen. Die Behörden, um die Flüchtlinge zu bestrafen, haben ihnen verboten, sich in einen Bus zu setzen oder ein Taxi zu nehmen. Das war beängstigend!

Aber keiner der Flüchtlinge wagte es, in die Türkei zurückzukehren, wo sie auf jede mögliche Weise gequält und gedemütigt worden waren. Wir hatten einen solchen Grad der emotionalen und körperlichen Spannung erreicht, dass wir über jeden, selbst den ungeschicktesten Freiwilligen froh waren. Eines jedoch hat uns gewundert: Wo ist das „Internationale Rote Kreuz“, wo ist die UNO, wo sind die „Ärzte ohne Grenzen“? Wo sind alle diese Organisationen, die milliardenschwere Subventionen vom Staat und Spenden von privaten Sponsoren bekommen? Wir waren naiv. Wir mussten eine Menge schmutziger Dinge über die Welt der Wohltätigkeit lernen.“

Die Hölle der menschlichen Niedrigkeit

„Als die Insel Lesbos im letzten Sommer mit Flüchtlingen überfüllt war, kam es endlich in die Top-News aller Fernsehsender der Welt“, erzählt Eric weiter. „Sofort kamen Hunderte von „Freiwilligen-Darstellern“. Sie machten Selfies vor dem Hintergrund der erschöpften Frauen und Kinder und wir sahen sie nicht mehr wieder.

Dann stellten sie diese Fotos auf Facebook ein und riefen auf: „Gebt uns Geld, wir arbeiten da unermüdlich!“ Das waren echte Betrüger, Profis. Später, durch meine neuen Freunde in Facebook, die wirklich geholfen haben, die wirklich ihr Geld für die Flüchtlinge ausgaben, erfuhr ich, dass diese Leute schon zuvor in Bangladesch und in Pakistan gesehen wurden und sie haben sich dort nicht nur Geld erschwindelt und erpresst, sondern legten sich einen entsprechenden Vorzeige-Lebenslauf zu, um dauerhaft in die Geldströme dieser von Zuschüssen platzenden Organisationen UNO und das Rote Kreuz hinein zu kommen“.

„Es gab auch echte, edle Freiwillige“, sagt Philippa, die Frau von Eric. „Sie gaben all ihr Geld aus, haben rund um die Uhr gearbeitet, schliefen drei Stunden pro Tag und machten keine Selfies. Einige von ihnen sind jetzt einfach Bankrott. Sie hatten nichts mehr um für ein paar Monate Arbeit wieder nach Hause zurückkehren zu können. Wir sammelten Geld für ihre benötigten Tickets“.

„Auf die Insel kamen 120 NGOs, aber nur ein Dutzend von ihnen haben wirklich gearbeitet“, sagt Eric. „Stellen Sie sich meine Wut vor, als wir an einem Morgen an den Strand gingen, wo unsere Zelte für die Flüchtlinge standen, die wir mit unseren neuen Freunden aufgestellt und befestigt  hatten und dort fremde Menschen sahen, die an unseren Zelten eilig Aufkleber und Flaggen der UN befestigten. Die UN-Hochkommissarin für Flüchtlinge sollte nämlich auf die Insel kommen. Ich fragte:

„Sind das ihre Zelte? Bezahlten sie das Geld für die Zelte?“

„Nein, aber, wissen Sie, die Hohe Kommissarin…“.

„Wir rissen alle ihre Aufkleber und Fahnen ab. Nach dem Besuch der hohen Kommissarin schickte die UN endlich Decken für Flüchtlinge mit je einer riesigen Kunststoff-Werbung darauf. Dieser Kunststoff war ungeeignet, nicht flexibel, knirschte sogar hörbar und ließ den Menschen keine Ruhe, sie konnten nicht schlafen. Sie versuchten diese schlechte Werbung abzutrennen, aber haben dabei nur die Decken zerrissen.

Es gibt sehr viele Wohltätigkeitsorganisationen, die sich alle mit irgendetwas, außer mit der verkündeten Wohltätigkeit beschäftigen. So wie ein amerikanisches „International Rescue Committee“ etwa (IRC). Oh, das ist die CIA in der bestmöglichen Art und Weise einer Verkleidung . Und was für Sponsoren sie haben! Henry Kissinger, Condoleezza Rice, Colin Powell, Kofi Annan und Madeleine Albright. Die Organisation beschäftigt sich aktiv mit Spionage, aber nicht mit der Rettung und Heilung von Menschen. Jedenfalls hier bei uns nicht. Zu mir kam auch deren Chef, der lange erzählte, wie sie Menschen in Afrika retten würden.

Ich habe ihn gefragt: „Hat man Ihnen das alles erzählt?“
„Ja“.
„Also: Das ist bullshit“.
„Wie können Sie mit mir so reden?!“
„Sie sitzen bei mir zu Hause, trinken meinen Kaffee, Sie sind zu mir gekommen, nicht ich zu Ihnen. Sie beschäftigen Menschen mit schwarzen Herzen. Sie sind nicht geeignet für den Job. Und ich kann immer noch nicht verstehen, was Sie hier überhaupt machen“.

„Ich habe nämlich gehört, das IRC hatte Probleme in der Ost-Ukraine“, sagte Eric zu mir.

(In der Tat schob das Ministerium für Staatssicherheit der (nicht anerkannten) Donezker Republik die Vertreter des Internationalen Komitees der Rettung wegen Spionage vom Territorium der Republik ab. Dem IRC wurde vorgeworfen, dass sie an der Kontaktlinie mit der ukrainischen Armee zusammenarbeiteten und Daten über die Anzahl und die Anordnung der militärischen Kräfte der Milizen sammelten. Das erste, was die Donezk Geheimdienste stutzen ließ war die Tatsache, dass das IRC nicht einmal einen Arzt mitgebracht hatte, sondern nur „Psychologen“, die die Workshops, Treffen mit speziell Interessierten und „individuelle Beratung“ durchführten. Sie schrieben die Passdaten der lokalen Einwohner ab und füllten Fragebögen aus. Und als dann im Büro der Organisation gar spezielle Spionage-Werkzeuge für Lauschangriff gefunden wurden, hat sich die DNR sofort von diesen „Missionaren“ befreit.)

„Eric, haben Sie keine Angst um Ihre Sicherheit nach Ihren Enthüllungen im Internet?“, frage ich.

„Ich bekomme täglich Drohungen, dass sie mich und meine Familie fertig machen werden. Vor solchen anonymen Maulhelden habe ich keine Angst. Ein Hund, der bellt, beißt nicht. Gefährlicher sind jene, die schweigen. Einer der Chefs dieser „Wohltätigkeitsorganisationen“ hat mir mal gesagt, dass er „mein Problem“ schon lösen würde. Er meinte, er löste mich als das Problem. Nun, sollen sie es doch versuchen, ich bin bereit.

Im letzten Herbst kam ein Mitglied des europäischen Parlaments, um „Beweise für die schwierige Lage der Flüchtlinge zu sammeln“. Wir wurden zum Abendessen eingeladen. Dieser mollige, wohlhabende Abgeordnete hatte die Absicht, drei wunderbare Monate auf Lesbos für die „Untersuchung der Situation“ zu verbringen, in den besten Restaurants zu speisen, im fünf-Sterne-Hotel zu verweilen und eine zusätzliche Vergütung für seinen Aufenthalt in der „Hochrisiko-Zone“ zu bekommen. Ich fragte ihn: „Schauen Sie kein Fernsehen? Oder lesen Sie keine Zeitungen? Oder wissen Sie nicht, wie das Internet funktioniert? Was für „Beweise“ brauchen Sie noch? Sie wollen einfach nur Spaß mit Geld von der EU haben. Mich widert es an, Sie zu sehen“. Ich stand auf und verließ den Tisch. Aber die größten Schlauköpfe sind diese Bürokraten von „Ärzte ohne Grenzen“.

„Gebt den „Ärzten ohne Grenzen“ keinen Cent!“

Oh, die „Ärzte ohne Grenzen“ haben auch bei mir eine persönliche Rechnung offen. Das war an der griechisch-mazedonischen Grenze, die für die Flüchtlinge dicht verschlossen war. Zehntausend Menschen saßen auf den Schienen der Eisenbahn in winzigen Zelten. Viele von ihnen haben jedes Interesse an der Realität verloren. Das Leben war für sie stehengeblieben.

Eine junge Freiwilligen-Frau aus London, eine mit arabischer Abstammung, führte mich zu einer großen Familie, wo alle unaufhörlich weinten und sich die Haare rauften. Wie ich aus ihrer schlechten Übersetzung heraushörte (die Frau verstand nicht wirklich den lokalen arabischen Dialekt dieser Familie), verstarben in dieser Großfamilie innerhalb einer Woche zwei kleine Kinder und niemand wusste, wohin sie gebracht wurden.

Entschlossen ging ich zum Zelt der „Ärzte ohne Grenzen“, Eine aggressive Frau mittleren Alters kam heraus und fragte, ohne mich überhaupt zu grüßen, was ich brauche. Ich wies mich aus und sie schickte mich sofort in den „Ärzte ohne Grenzen“ Wohnwagen. Ich klopfte an, die Tür wurde etwas geöffnet und ich wurde misstrauisch gefragt, wer ich sei.

Ich erklärte, dass ich Journalistin bin und mich ich mich auf die üblichen interessierenden Fragen konzentrieren würde: Wie viele Kranke sind in dem Lager, was für eine sanitäre Situation besteht und wie viele starben? „Haben Sie eine Erlaubnis für ein Gespräch?“, fragten sie mich durch den Türspalt. „Warum sollte ich eine Erlaubnis haben? Haben Sie etwas zu verbergen?“ ich war überrascht, wütend und stieß die Tür des Häuschens so heftig an, dass der Kerl dahinter beiseite trat.

„Hier ist mein Ausweis und meine behördliche Empfehlung , wo auf Englisch steht, dass alle gesellschaftlichen und staatlichen Organisationen mir als Journalistin Unterstützung leisten sollen. Beantworten Sie mir bitte einige elementare Fragen, nebenbei, sind Sie Arzt?“ „Nein, ich bin Administrator“, erwiderte mein Gesprächspartner mürrisch und stürzte davon, zu telefonieren.

Nach langen Verhandlungen mit dem unsichtbaren Chef sagte er, mir dass ich eine Telefonnummer und meine E-Mail hinterlassen solle und sie würden sich unbedingt mit mir in Verbindung setzen. (Bisher ist keiner von denen mit mir in Kontakt getreten!) Die Hitze war um die vierzig Grad Celsius und ich bat ihn um etwas Wasser. „Wir haben kein Wasser“, antwortete grob der Administrator (auf dem Tisch stand unübersehbar eine Großpackung von Flaschen mit Wasser!) und schob mich buchstäblich aus dem Häuschen hinaus.

Die nächste Begegnung mit den „Ärzten ohne Grenzen“ geschah auf der Insel Lesbos in einem Lager für Flüchtlingskinder, die ihre Eltern verloren hatten. Kinder habe ich dort nicht gesehen. Kein einziges! Ich traf dieses Mal auf ein freundliches Mädchen, das mit einem Hauch von Traurigkeit bemerkte, dass ich die Kinder ohne Erlaubnis der Führung nicht sehen dürfe. Denn man könne die armen Kinder doch so leicht verletzen!

„Gut“, stimmte ich zu. „Aber antworten Sie mir auf eine einfache Frage: Wie viele Kinder sind hier und woher stammen sie?“
„Das kann ich auch nicht. Das sind vertrauliche Informationen!“
„In welchem Sinne?!“, ich war außer mir. „Haben sie diese Kinder etwa als Ihr Eigentum erworben, gekauft? Es sind nicht Ihre Kinder! Sie sind eine öffentliche Organisation und ich bin Journalistin! Und die Menschen haben ein Recht darauf zu wissen, was in Ihrem Lager mit den Kindern gemacht wird“. „Manchmal veranstalten wir Ausflüge für Journalisten“, sagte das Mädchen mit entschuldigender Stimme.
„Und ich brauche keine vorbereiteten „Ausflüge“. Ich habe das Recht, mich anzumelden und sie zu sehen“.
„Hinterlassen Sie uns Ihre Telefonnummer. Wir werden Sie Kontaktieren“.
Ich war wieder wütend.

Im privaten Camp „Solidarität“ für Flüchtlinge mit schweren Erkrankungen (einige von ihnen verwundet, so wie die Syrierin Samah aus Aleppo, die sich auf Krücken bewegt) beklagte sich eine Freiwillige aus Schottland, Frau William, dass ihnen Hilfe von den Ärzten sehr fehlen würde. „Aber die sind doch da!“ rief erstaunt ich und zeigte auf ein riesiges Zelt mit der Aufschrift „Ärzte ohne Grenzen“.
„Nun, ja, das steht hier schon ein halbes Jahr“, grinste William. „Sie sind angekommen, stellten das Zelt so auf, dass es sofort von weitem bemerkbar ist und wurden nie wieder gesehen. Komische Ärzte!“

„Oh, sie lieben es ihre Zelte überall hinzustellen!“, lacht mein Eric Kempson.
„Aber immerhin habe ich diesen Abschaum mal erwischt. Sie erklärten, dass sie das Flüchtlingslager „Kara Tepe“ kontrollieren. Dort war es schrecklich dreckig. Ich nahm einen Journalisten mit seiner Videokamera ins Schlepptau und wir kamen früh am Morgen in das Lager mit den Freiwilligen, um dort Toiletten zu schrubben und das Gebiet sauber zu machen.

Um 11 Uhr kamen zwei Leute in eine Hütte mit der Aufschrift „Ärzte ohne Grenzen“ und haben hinter sich sofort zugeschlossen. Wir klopften an. „Raus hier!“, schrien sie uns an. „Öffnen sie, ich bin Journalistin!“, eine Freiwillige war empört. „Und überhaupt, hier ist eine Warteschlange Kranker!“ Dann öffneten sie.

„Sie haben hier totale unhygienische Bedingungen“, sagte ich. Wenn ihr selbst nicht aufräumen wollen, dann geben Sie den Flüchtlingen Besen, Schaufeln, Desinfektionsmittel und sie machen alles selbst. Und wo sind eure Ärzte? Wir sehen sie nicht!“ Nachdem ich dieses Video in YouTube veröffentlichte, kam deren Chef mit den Worten „Sie sind ein Lügner!“ Ich antwortete ihm: „Ich habe ein Video und Sie haben weiter nichts als unbelegte lautstarke Behauptungen. Der Betrüger sind also Sie“.

Täuschung, Lügen, riesige Spendeneinkommen und keiner weiß, wofür sie ausgegeben werden. Das aber ist noch nicht einmal so schlimm. Hinter den „Ärzten ohne Grenzen“ versteckt sich jedoch eine sehr verdächtige andere Spur.

Wer sind Sie, Dr. Bernard Kouchner?

Die westlichen Medien nennen ihn „Doktor Propaganda“ und die Serbischen Medien „Doktor Mengele„. Ein französischer Arzt, Gründer der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, Ex-Minister für auswärtige Angelegenheiten Frankreichs (2007 — 2010). Nach Schätzungen Israelischer Medien, gehört er zu den fünfzehn einflussreichsten Juden der Welt.

In der Jugend war er ein Kommunist (aus der kommunistischen Partei wurde er jedoch schnell vertrieben). Nahm teil in der Gruppe der „Kaviar Linken“ (so verächtlich nennt man in Frankreich die bürgerliche Boheme, die bei einem Glas Champagner über den Trotzkismus und Sozialismus herumklügeln). Er nahm an mehreren humanitären Missionen teil und verstand als Erster, dass sie, so man denn will, fast ausschließlich für politische Zwecke genutzt werden können. Er brach die Beziehung mit dem „Internationalen Roten Kreuz“ wegen dessen „neutralen“ und sogar „unmoralischen“ Ansatzes ab und schuf im Jahr 1971 die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“.

Wo ist der „Trick“?
Das „Rote Kreuz“ war, um den Zugang zu einer Zone von Militäreinsätzen auf beiden Seiten des Konflikts zu bewahren, früher grundsätzlich apolitisch und ging von dem Grundsatz aus: „Wir behandeln alle, weil es unsere ärztliche Pflicht ist und teilen Menschen nicht nach ihren politischen Ansichten ein“. Bernard Kouchner bestand auf einer „mehr moralischen“ ärztlichen Herangehensweise, die besagt, dass es in jedem Krieg „Opfer“ und „Mörder“, gibt, „unsere Guten“ und „die fremden Bösen“.

Dies stellte alles auf den Kopf auf, auch den Hippokratischen Eid und das hat einigen westlichen Politikern sehr gefallen. Nun war es endlich möglich, in jedem Land ungestraft Revolutionen zu veranstalten, danach humanitäre Organisationen auszusenden, deren Chefs mit traurigen Gesichtern über die „zahlreichen Opfer“ seitens der Opposition berichteten und sogar „Völkermord“ von irgendwelcher Minderheiten andeuteten. Die Fotografen der größten Medienagenturen veröffentlichen erschreckende Bilder und die Politiker machen die Aussage, dass es notwendig ist, den nächsten „verrückten Diktator zu stoppen“.

Hier waren die Theorie von Dr. Kouchner über sogenannte „humanitäre Interventionen“ und eine „Pflicht zum Eingreifen“ sehr nützlich. Im Januar 1993 kam seine große Sternstunde (die Kollegen von „Ärzte ohne Grenzen“ konnten ihn bereits nicht mehr ertragen und Kouchner verliess diese Organisation, hat jedoch seinen Einfluss beibehalten und eröffnete eine alternative Organisation „Ärzte der Welt“).

Seine neue Organisation „Ärzte der Welt“ hat eine etwa zwei Millionen Dollar (ich frage mich, wer wohl hat das Geld gegeben?) schwere Werbekampagne gegen Slobodan Milosevic losgetreten (eine seltsame Arbeit für Ärzte, nicht wahr?), der mit Hitler verglichen wurde, und die bosnischen Serben und ihre Lager für Kriegsgefangene mit den Konzentrationslagern der Nazis.

(Sogar Alija Izetbegović, der erste Präsident von Bosnien und Herzegowina und Erzfeind der bosnischen Serben hat auf seinem Sterbebett zugegeben, dass seine diesbezügliche Aussagen falsch gewesen waren: es gab keine Vernichtungslager, obwohl die Bedingungen für die Kriegsgefangenen in der Tat schrecklich waren.)

Auch diese Dämonisierung der Serben führte im Jahr 1995 zur Bombardierung der bosnischen Serben durch die Flugtruppen der NATO und im Jahr 1999 wurde Kouchners-Doktrin über „humanitäre Interventionen“ wohlfeiles politisches Totschlagargument. Mit deren Hilfe zerstörte die NATO vollständig das blühende Jugoslawien, schuf einen Banditen-Schein-Staat unter dem Namen „Kosovo“ samt einer amerikanischen Militärbasis, der größten der Welt und steckte schließlich den legitimen Präsidenten Serbiens, Slobodan Milosevic ins Haager Gefängnis, wo er sich zwar aufsehenerregend klug selbst gegen allerschlimmste Verbrechensvorwürfe verteidigen konnte, aber unter sehr verdächtigen Umständen sterben musste. (Der Belgrader Anwalt Tomanovic präsentierte einen auf den 10. März datierten, sechsseitigen Brief Milosevics an die russische Botschaft. Darin heiße es, bei einer Untersuchung im Januar seien in seinem Blut Spuren eines starken Medikaments gegen Tuberkulose oder Lepra entdeckt worden. Eine solche Arznei habe er wissentlich nie genommen. Milosevic sei ernsthaft besorgt gewesen, erklärte Tomanovic weiter. „Sie würden mich gerne vergiften“, habe er ihm gesagt. Personen, gegen die er sein Land verteidigt habe, hätten ein Interesse daran, ihn zum Schweigen zu bringen, heißt es den Angaben zufolge in dem Brief weiter. Tomanovic kritisierte, dass das UN-Tribunal die Bitte der Familie abgeschlagen habe, die Leiche außerhalb der Niederlande zu obduzieren.)

Und Kouchner erhielt für sein Verdienst der Erfindung von „Humanitären Interventionen“ wichtige Posten. Im Jahre 1999 übernahm er die Leitung der UN-Mission im besetzten Kosovo. Dann beginnen ganz dunkle Fälle: Die massenhaften Entführungen von Serben, Roma und „falschen“ Albanern, die gegen den Ministerpräsidenten des Kosovo Hashim Thaciwaren, durch die den Kosovo übernommen habenden Albaner. Opfer wurden geschlachtet, ihre Organe ihre Herzen und Nieren wurden nach Europa, Israel und die Türkei transportiert.

Und wieder der „Faktor Zeit“: Wenn man bedenkt, dass die Organe nur mit dem Flugzeug geschmuggelt werden können (wo jede Minute zählt!), dann ist die Frage: „Wer gab die Erlaubnis, sie zu senden?“ Jede Ladung wird fixiert und am Zoll überprüft. Und wie konnte der Leiter der Mission, der gute Doktor Kouchner, der tatsächliche Diktator des Kosovo davon nichts wissen? Die Untersuchung dazu nahm die Anklägerin des Haager Tribunals Carla del Ponte auf, die später von dem Fall suspendiert und ins achtbare Exil als Botschafterin in Argentinien entsorgt wurde.

In ihrem Buch „Die Jagd – ich und die Kriegsverbrecher“ beschuldigte Carla del Ponte die Beamten der UN-Mission und direkt deren Oberhaupt Bernard Kouchner einer Behinderung der Untersuchung. Später beschäftigte sich damit der PACE-Abgeordnete Dick Marty, der einen Bericht über die Entführung von Menschen im Kosovo und dem Verkauf ihrer Organe veröffentlichte. Es gelang ihm jedoch nur die Erfüllungsgehilfen (insbesondere die aus der Pristina Klinik „Medicus“, die die Organe bei den Opfern entnahm) zur Verantwortung zu ziehen, aber nicht ihre Drahtzieher und Beschützer.

Doktor Kouchner schaut menschlicher Tod sehr leicht an. Er räumte ein, dass er „aus Barmherzigkeit“ persönlich hoffnungslosen Patienten im Libanon und Vietnam (ging es denen wirklich so schlecht? Wer hat das das überprüft?) zu sterben half. Und jetzt raten sie bitte, wer im Jahr 2015 als Kurator der Gesundheitsreform der Ukraine seitens der internationalen Öffentlichkeit ernannt wurde? Natürlich, der gute Doktor Kouchner, der sich bei der  sogenannten „Agentur der Modernisierung der Ukraine“ engagiert. Bleibt zu hoffen, dass die Gerüchte über die Entnahme von Organen bei den verwundeten ukrainischen Soldaten Gerüchte blieben. (Anm. Red.: Das ist aber kein Gerücht: Das Gesundheitsministerium der Ukraine hat einen Vorschlag zur Änderung des Transplantationsgesetzes dem ukrainischen Parlament im Juli 2015 vorgelegt. Laut dem neuen Gesetz sollen alle volljährigen ukrainischen Bürger automatisch(!) nach dem Tod als Organspender gelten. Bei Bedarf werden die Organe der Verstorbenen ohne Zustimmung des „Spenders“ zum Zwecke der Transplantation entnommen. In der Zukunft sollen auch Privatkliniken das machen können).

Keine Zeugen leben lassen

Zwölftausend vermisste, offiziell registrierte Flüchtlingskinder. Syrer, die ihre Nieren verkaufen, um über das Meer zu kommen. Geheime Bordelle, wo kleine Kinder unbekannter Herkunft gefunden werden. Clevere, kaltblütige Ausweide-Ärzte. Spitäler, wo illegale Operationen durchgeführt werden. Die berühmten gemeinnützigen Organisationen mit schneeweißem Ruf, mit deren Stempel man die Organe zu jedem Ende der Welt liefern kann…
Und es gibt keinerlei Zeugen. Sie alle sind tot.

Philippa Kempson, die Engländerin mit dem großem Herz von der Insel Lesbos schaut traurig in die Richtung des Meeres, woher möglicherweise bald wieder ein Schiff mit Flüchtlingen ankommen wird.

„Großbritannien hat bereits erklärt, dass es nicht nach vermissten Kindern suchen wird, weil das nicht seine Bürger sind“, sagt Philippa. „Ich schäme mich für mein Land. Eine solche Erklärung der Behörden gibt grünes Licht für alle Schmuggler und Organe-Händler. Allein beim Abriss des Flüchtlingslager in Calais wurden 129 registrierte Kinder an einem einzigen als Tag vermisst gemeldet! Kannst du dir das vorstellen?!“

Ich höre das Rauschen des Meeres, und meine Augen werden feucht. Wo bleibt ihr, Kinder? Wer wird euch helfen? Die Menschen von den gemeinnützigen Organisationen und die Behörden jedenfalls weigern sich offensichtlich.