US-Journalist: USA haben nicht vor Russland, sondern vor Weltfrieden Angst

USA fürchtet sich vor Frieden.jepegDie Abhängigkeit der US-Wirtschaft vom rüstungsindustriellen Komplex bewegt Washington zur Schaffung einer Feindfigur, schreibt der Kolumnist Finian Cunningham auf der Webseite Strategic Culture Foundation.

US-Flagge
© REUTERS/ STEPHEN LAM

Laut dem Journalisten sind die Versuche, Russland als Bedrohung darzustellen, zwar absurd, allerdings muss die US-Machtelite die Militärausgaben in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr irgendwie rechtfertigen.Der Rüstungskomplex, wie dies 1961 Präsident Dwight Eisenhower prognostizierte, wurde tatsächlich zum bestimmenden Faktor der US-Gesellschaft und-Wirtschaft, schreibt Cunningham. Ihm zufolge schafft die politische Elite der USA absichtlich Feinde für sich, um den „riesigen Militäretat“ zu rechtfertigen.

Der Verteidigungsetat der USA beläuft sich in den letzten Jahren auf durchschnittlich 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das ist rund die Hälfte aller diskretionären Ausgaben der Regierung und mehr als ein Drittel der globalen Militärausgaben (1,7 Billionen Dollar). Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri sind die USA bei dieser Kennzahl neun Rivalen zusammengenommen überlegen – China, Saudi Arabien, Russland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan und Südkorea.

Die Wortverbindung „US-amerikanischer freier Marktkapitalismus“ wurde zu einem Oxymoron angesichts der Tatsache, dass die Wirtschaft des Landes  völlig vom auf der Basis von Staatsgeld existierenden Militarismus abhängt, so Cunningham.

„Falls der Militäretat der USA stark reduziert würde und er mit Militäretats anderer Länder vergleichbar sein würde, würde der allmächtige Rüstungskomplex zusammenbrechen wie der US-Staat, den wir kennen“. Ohne Zweifel werde sich mit der Zeit etwas Besseres entwickeln, doch die Interessen der jetzigen Macht würden massiv beschädigt. Daher das starrsinnige Widerstandleisten.

Zur Aufrechterhaltung ihrer Militärausgaben geht die US-Führung auf die Zuspitzung ihrer Beziehungen zu Russland ein und stationiert einen Raketenabwehrstützpunkt in Rumänien. Laut Cunningham ist der so genannte Raketenabwehrschild nicht gegen den Iran und einige Außenseiter gerichtet. US-Raketen schaffen Bedingungen für einen möglichen „Erstangriff“ gegen Russland.

„Die Verkündigungen der USA von harmlosen Absichten gegenüber Russland sind eine Beleidigung des gesunden Verstandes und müssen verachtet werden“, so der Journalist.

„Washington erhöht um das Vierfache seine Militärausgaben in Europa, erhöht die Zahl der Militärs, Panzer, Kampfjets, Kriegsschiffe und Übungen an der Grenze zu Russland und verkündet dabei offen, dass es die ‚russische Aggression abschrecke‘“. „Mit anderen Worten wird Russland als einer der Hauptfeinde, als Existenzbedrohung bezeichnet, wenn man Washington glaubt“, heißt es in dem Artikel. In diesem Kontext wäre es dumm und naiv zu glauben, dass die Raketenabwehr nicht gegen Moskau gerichtet sei.

Zugleich sind die Versuche, Russland als globale Sicherheitsbedrohung darzustellen, absurd. Wie im Fall mit anderen „Feinden“ Amerikas – China, Iran und Nordkorea – ist hier eine unbegründete Übertreibung zu erkennen. Der Militäretat der USA ist ungefähr um das Zehnfache größer als der von Russland, wobei die Realität „andersherum“ und gerade Russland als Bedrohung dargestellt wird.

Mehr zum Thema: Foreign Policy: Die sieben größten außenpolitischen Fehler der USA

Der Journalist hebt die Rolle der westlichen Medien bei der Schaffung der Feindfigur hervor. Die Behauptungen von einer „Annexion“ der Krim und einem „Einmarsch“ in die Ostukraine können leicht mit Fakten widerlegt werden. Dennoch hat die Propagandamaschine Erfolge dabei, aus zweifelhaften Behauptungen ein Schreckgespenst Russlands zu basteln, das dem ganzen Europa mit einem Hybridkrieg droht. Cunningham zufolge handelt es sich nur um eine Gruselgeschichte mit einem rassistischen Hintergrund, deren Wurzeln in der Naziideologie mit ihrer Dämonisierung von slawischen Barbaren stecken.

Doch das ist alles für die Aufrechterhaltung des US-Rüstungskomplexes notwendig. Die US-Wirtschaft wurde nach ihrer Struktur eine Militärwirtschaft. Das bedeutet, dass das Land ständig entweder an einem kalten oder an einem „heißen“ Krieg teilnimmt. Für diese Ziele entfacht Washington in der Welt Hysterie aus Angst und Hass und erhöht unendlich seine Außenschulden, wobei der „Zahltag“ für die übergroßen Militärausgaben der USA immer wieder verschoben wird.

Ein Vierteljahrhundert nach dem offiziellen Ende des Kalten Krieges nehmen die USA den „kalten Krieg“ gegen Moskau und Peking wieder auf. „Die Schwerter können nicht zu Pflugscharen umgeschmiedet werden, weil die US-Machtelite keine Pflugscharen braucht“, so der Experte. Eine logische Antwort ist der Ausbau der Rüstungsausgaben Russlands und Chinas. Das neue erbarmungslose Wettrüsten, das wollte Moskau angesichts der sowjetischen Erfahrung vermeiden. Das strebt jedoch gerade Washington an.

Mehr zum Thema: Obama sucht anti-russische Freunde

Eine objektive Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten ist gar nicht Russland, sondern friedliche Beziehungen in der internationalen Arena, so der Verfasser des Artikels. Sobald Konflikte sich beruhigen, wird der Rüstungskomplex nicht nachgefragt. „Der Frieden in der ganzen Welt widerspricht den Grundlagen der Macht des korporativen Kapitals in den USA und das ist alarmierend“, so Cunningham. „So beschämend ist, dass die Welt vom Krieg und sogar von Vernichtung mit einem einzigen Ziel bedroht wird – die Privilegien der US-Elite aufrechtzuerhalten. Unter dieser dämonischen Ungerechtigkeit leiden vor allem die meisten Staatsbürger der USA, die Armut und Not erleiden müssen, während die korporativen Eliten 600 Milliarden US-Dollar pro Jahr für den Militär-Wahnsinn nehmen“, so Cunningham.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/politik/20160519/309973671/usa-russland-weltfrieden-angst.html#ixzz4974iCJR4