Spiegel, FAZ , BILD ‒ Lesers Mühlen mahlen langsam, aber schrecklich »gemein«

Peter Bartels in info.kopp-verlag.de

Man ahnt es, man »weiß« es, man warnt und schreibt es. Und dann kommt alles viel schlimmer als vorher gesagt. Und dabei hatte man heimlich bis zuletzt gehofft, dass ein Wunder geschieht. Dass der innere Prophet sich irren möge. Und dann präsentiert IVW die Rechnung, die Verkaufszahlen, erstes Quartal 2016. Und es ist alles noch viel schlimmer als befürchtet: Die Auflagen der Mainstream-Blätter brechen gleich zweistellig weg. Die Leser laufen in Scharen davon …

Spiegel: minus 10,2 Prozent

Frankfurter Allgemeine: minus 8,9 Prozent

Bild: minus 10,1 Prozent

Und wenn man ‒ seriös ‒ die vor Jahr und Tag von Kai Diekmann erfundene Auflagen-Nebelkerze BZ herausrechnet, bleiben von der »gemeinsam« ausgewiesenen Bild/BZ-Auflage von 1 997 319 höchstens 1,8 Millionen »und ein paar Zerquetschte« echte Bild-Auflage übrig.

Der Bild-Totengräber hat also in 15 Jahren »Herrschaft« gut drei Millionen Käufer vertrieben.

Eine bittere Morgengabe für die von ihm journalistisch so ausdauernd »befruchtete« Nachfolgerin Tanit Koch. Und dabei hatte Bildeinmal fünf Millionen Käufer. Täglich.

Die Leserflucht ist wirklich grausam. So verliert der Spiegel, der unter Stefan Aust oft genug über eine Million pro Woche verkaufte, am POS (Point of Sale), also im Einzelverkauf, sogar 18,4 Prozent. Der unter Helmut Markwort so vehement gestartete Focus purzelt um sagenhafte 25,1 Prozent. Und der einstige »Hitler-Tagebücher«-Stern verlor plauzige 22,5 Prozent.

Aber selbst der Alpen-Pravda – der Süddeutschen Zeitung ‒ kamen noch 2,6 Prozent der ansonsten strammen (linken) Leserschaft abhanden. Die immer öfter »linkelnde« FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) bekam gleich den »Schwedentrunk« kredenzt ‒ minus 11,7 Prozent. Nur noch 254 000 Blätter. Immerhin: Das einst große Schwesternblatt FAZ ist mit 252 700 jetzt etwas kleiner als das Töchterchen FAS. Man gönnt sich ja sonst nichts …

Auch die Welt wird bitter für die Zeit abgestraft, die sie bis Ende 2015 mit einem schicken Chefredakteur namens Jan-Eric Peters verplemperte: minus 10,5 Prozent. Das sind noch 180 059.Die »harte Währung«, der Einzelverkauf, machte gar 43 Prozent Miese. Bleiben netto 12 511 Exemplare. Da dürften Druck- und Lieferkosten bald den Gewinn schrammen.

Stefan Aust (70), der die Welt seit Anfang des Jahres immer öfter aus dem gurgelnden Mainstream zu rudern versucht, wird Sisyphus und Atlas gleichzeitig sein müssen, um das rettende Ufer zu erreichen; es sei denn, Springer-Vorstand Döpfner gibt ihm, was er selbst seinerzeit als Chef in die Weltstecken durfte: 50 Werbemillionen. Und wenn Aust es dann noch gelänge, das Blatt aus der pawlowschen Merkel-Unterwerfung zu lösen, dann könnte es (vielleicht) auch wieder mit dem Leser klappen …

Hier liegt für alle der Hase im Pfeffer: Weg ist weg, zurückholen kostet Geld und … Zeit. Denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er (plötzlich) die Wahrheit spricht. Wie Bild neuerdings verzweifelt immer wieder mal. Zuletzt mit Sarrazin, einem an sich verfemten Unberührbaren.

Leser, die jahrelang von Deutungsbrigaden im Sinne von Merkels Erziehungsministerium verleumdet werden ‒ »rechtes Pack«, »Dunkeldeutsche«, »Nazis« ‒, haben irgendwann die Faxen dicke. Das Geld, das sie für Bild, Spiegel, Focus, Welt oder FAZ ausgeben, können sie auch in den Garten stecken, da blühen vielleicht sogar Studentenblümchen. Oder versaufen, wenn Bayern, Borussia oder Schalke gewinnt.

Wie wenig die Meinungsoligarchen auf ihren gepolsterten Stühlen begriffen haben, dass es längst um ihren besserwisserischen Hintern geht, zeigen ein ums andere Mal die zunächst hochmütig weggewischten »Verschwörungstheorien«. Ob »Bargeldverbot«, »Migrationswaffe«, »Machtkampf ums Öl« ‒ die Deutungsdogen von Zeitung, Magazin, Fernsehen oder Rundfunk reagieren stets unisono: alles »Verschwörung«, wenn der Kopp-Verlag als Erster den Menschen reinen Wein einschenkt.

Was Provinzsozialisten und mühsam als Demokraten getarnte Exkommunisten sofort schnappatmend nach »Überwachung« und »Kündigung« der Autoren hecheln lässt. Sogar besondere Klugscheißer wie das Handelsblatt höhnten: »Verschwörungstheorien machen die Runde.« Heute? Die britische Daily Mailnennt den Flüchtlingsstrom frank und frei (soll ich sagen »ungeniert«?) eine »Massenvernichtungswaffe«.

Jahrelang haben die oberen Zehntausend von Politik und Medien auf das »Volk« eingehämmert, subkutan oder semantisch, emphatisch oder empört: Wenn ihr nicht nett seid zu den Millionen, die doch nur so leben wollen wie ihr, werden wir euch teeren und federn.

Ihr sollt zwar keine Christen mehr sein, weil die Pfaffen eh nur eure Kinder verführen. Aber ihr sollt den Glauben der Moslems ehren, Steinigung hin, Kopf ab her. Egal, ob die Kuppeln ihrer Moscheen Stahlhelme und die Minarette Bajonette sind. Ihre Frauen tragen die Burka, na und? Zieht eure Miniröcke aus … Die Moslemkinder machen Jagd auf Christen- und Judenkinder? Vorsicht, Nazi! Die meisten der Schutzsuchenden sind junge, kräftige, aber ungebildete Männer? Alles Quatsch ‒ das Fernsehen beweist es doch jeden Abend: alles Mütter mit Kindern. Die meisten Sexverbrecher sind Türken, Afghanen oder Iraker? Woher wollt ihr das wissen ‒ aus unseren Zeitungen könnt ihr das nicht haben, nie nicht …

Und dann wundern sich die Diätenkassierer, dass die SPD jetzt krachend eine Wahl nach der anderen verliert, im Hechtsprung die 20-Prozent-Marke hinter sich lässt … Dass der Türkensultan der Kanzlerin zwar (noch) die Hand gibt, ihr aber unverhohlen drohen lässt: Visafreiheit für alle Türken, oder ich jage dir Millionen weiterer Flüchtlinge auf den Hals.

Und die Chefredakteure rutschen sich auf ihrem teuren Sessel einen Wolf nach dem anderen, verscherbeln das Tafelsilber der Verlage, verschlanken die Redaktionen bis zur Magersucht. Undsuchen nach immer neuen Gründen für die Flucht der Leser. Gelernt haben sie nichts aus diesem Desaster. Im Gegenteil. Sie höhnen immer noch von hohem Ross, wie die einst seriös-konservative FAZ, die demnächst ihre letzten Leser täglich per Handschlag begrüßen kann, am 21. April.

Da tönt scheinbar listig ein Oliver Georgi auf der Netz-Titelseite unter der Überschrift »Kein Brett vorm Kopf«: »Lügenpresse!«, rufen Pegida-Demonstranten … Sie glauben, dass die Medien betrügen, verfälschen, ignorieren. »Das wollen wir nicht mehr auf uns sitzenlassen und ein für alle Mal das Gegenteil beweisen. Mit Lutz Bachmann …

… der sich seit Dienstag vor dem Dresdner Landgericht wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verantworten muss. Natürlich berichten wir darüber, dass er auf Facebook von Flüchtlingen als ›Viehzeug‹, ›Gelumpe‹ und ›Dreckspack‹ gesprochen haben soll …« Und: »Natürlich haben wir ebenfalls mitstenografiert, dass Bachmann … nicht nur mit Zahnbürste, sondern auch mit einer schwarzen ›Zensurbrille‹ in Form eines Balkens erschien, auch wenn wir befürchten, dass seine Weitsicht dadurch möglicherweise ein wenig eingeschränkt war. Dass Bachmann oder Pegida als solche deshalb generell ein Brett vor dem Kopf hätten: So etwas würden wir hingegen nie behaupten.«

Wetten, dass der Herr Georgi sich immer noch nicht wundert, warum er am Monatsende sein Gehalt bekommt? Noch? Und wenn demnächst nicht mehr ‒ es bleibt ja noch das soziale Netz. Die »Schutzsuchenden« liegen da doch auch drin. Und die haben keinen Pfennig dafür bezahlt …

Gestern Abend wurde bekannt (Pst! Pst!), dass Greenpeace ‒ eine der Speerspitzen der »Liga der besonders guten Menschen« ‒ im Beliebtheitsranking von 98 Prozent auf 56 Prozent abgestürzt ist. Das erschüttere zurzeit die Geschäftsführung zutiefst …

Klar, der letzte Geschäftsführer der selbsternannten Retter der Menschheit kassierte über 10 000 Euro Monatsgehalt.

Zum Glück gibt es ja nicht nur Pegida und AfD, es gibt ja auch noch die ganz große Koalition von CDU, SPD, Grünen und manchmal auch wieder FDP.

Was, wenn auch diese Megakoalition irgendwann zu klein ist? Dann doch wieder: Neues Volk, gib uns vier Jahre Zeit …?!?