Konstantinopel – das Schicksal der Welt

21. April 2016 (von Niki Vogt) Die Lage um Syrien, die Türkei, den IS. Al Qaeda, die Ukraine, Rußland, Europa und den USA scheint sich mehr und mehr in eine Höllenküche zu verwandeln. Die Flüchtlingskrise sorgt für Angst. Die USA machen schwer den Eindruck, daß sie es auf einen Dritten Weltkrieg abgesehen haben. Was will Erdogan? Und welche Rolle spielt Putin?Hierzu gibt es ein paar hochinteressante Entwicklungen, die man nur einordnen kann, wenn man etwas andere Informationen kennt und gewichten kann. Im deutschsprachigen Raum erfahren wir davon nichts.

Laut der Nachrichtenseite AWD äußerte der russische Präsident Wladimir Putin sich am letzten Samstag in einer sehr eigenartigen, aber aufschlußreichen Weise zu den Vorgängen in Syrien, der Türkei und der Ukraine: Der staatliche russische Nachrichtensender Россия-24 (Rossia 24) berichtete, Wladimir Putin habe einer Delegation der Ukrainische Orthodoxen Kirche versichert, daß nichts, aber auch gar nichts die ewige Allianz des Blutes zwischen Rußland und der Ukraine erschüttern könne, auch nicht all die bösartigen Anstrengungen, die – Zitat – „die regierende Junta in Kiew“ unternehme. Der Neo-Faschismus verbreite sich in der Ukraine und von da aus über den gesamten Europäischen Kontinent wie ein infektiöser Wundbrand, so führte Putin es weiter aus. Und er setzte hinzu: „Und wir, das Volk der Russischen Föderation und die Nachkommen der Sowjetunion, sind entschlossen, diese Pest zu stoppen.“

Und er setzte hinzu: „Sollte die Türkei nicht damit aufhören, die Al Qaeda in Syrien zu unterstützen, bin ich mehr als bereit, die Aufgabe zu Ende zu bringen, die der letzte Zar Nikolaus II unvollendet hinterließ. Während des Ersten Weltkrieges wollte er [der Zar] Konstantinopel zum Christentum zurückführen und die maritime Sicherheit Rußlands schützen, indem er die Dardanellen und die Straße des Bosporus befreit. Jedoch hat ihn das Schicksal daran gehindert.“

Außerdem werde Rußland sich für die Souveränität Griechenlands über Zypern einsetzen, setzte Putin  hinzu und forderte die türkische Regierung auf, ihre jahrzehntelange Besatzung der Mittelmeerinsel zu beenden.

Weiterhin schreibt AWD in dem Bericht, daß Putin sich auf die seit fünf Jahren schwärende Krise in Syrien bezog und eine vernichtende Breitseite abfeuerte gegen die ‚erbärmlichen Träume‘ des türkischen Präsidenten von einer Wiederbelebung des toten Osmanischen Reiches durch das Unterstützen von Al Qaeda-Terroristen in Syrien und im Irak. Putin sagte, die Aussichten für eine dauerhaften Waffenruhe in Syrien blieben wegen Ankaras kriegerischer Agenda und seiner bösartigen Allianz mit Saudi-Arabien mehr als unsicher. Soweit der Bericht von AWD.

Das sind nicht nur sehr klare Worte, die in der Ukraine, beim russischen Volk und in Ankara aufmerksam zur Kenntnis genommen worden sind. Hier spielen sehr, sehr starke, lange und bedeutsame geschichtliche Strömungen eine Rolle.

Putin sagte nicht „Istanbul“. Er sagte „Konstantinopel“. Konstantinopel war und ist das eigentliche Zentrum der Orthodoxen Christenheit und die Hauptstadt des oströmischen Reiches. Konstantinopel ist nicht nur eine Stadt, die heute zufällig irgendwie Istanbul heißt. Konstantinopel ist das älteste, christliche Zentrum der Welt. Uralt. Die Stadt wurde ca 660 vor Christus von griechischen Siedlern (Dorern) gegründet und hieß „Byzantion“ (Byzanz). Der römische Kaiser und arianische Christ Konstantin machte sie 330 nach Christus zu seiner Hauptstadt. Nach dem Tode Konstantins 337 wurde die Stadt ihm zu Ehren in Konstantinopel umbenannt. Sie war befestigt wie keine andere, galt als uneinnehmbar. Sie überstand viele Belagerungen und Kriege.  Sie blieb unbesiegt (mit einer kurzen Unterbrechung im Vierten Kreuzug) und die christliche Hauptstadt des oströmischen Reiches, bis zur Eroberung durch die Osmanen 1453.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1c/Walls_of_Constantinople.JPG Die mächtigen Verteidigungsmauern von Konstantinopel. Sie nützten nichts, weil Europa sich nicht wirklich verteidigen wollte. Bild: Wikimedia commons, Bigdaddy1204, Lizenz CC BY-Sa 3.0

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Die damalige „westliche Welt“ erkannte genausowenig wie heute, daß ihre Kultur, Religion, ja, ihre Weiterexistenz durch einen expandierenden Islam bedroht war. Konstantinopel war in beklagenswertem Zustand. Die einst stolze Stadt war verarmt und nur dünn bevölkert, weil sie längst von islamischen Truppen eingekreist, das Umland besetzt, die Stadt nur auf dem Wasserweg erreichbar war. Der Sultan Murad war alt und friedfertig geworden und ließ die Stadt in Ruhe, doch sein 19jähriger Sohn Mohammed (Mehmet) war ein Christenhasser und machte sich nach Murads Tod daran, Konstantinopel zu erobern. Alle Bemühungen des damaligen, europäischen Kaisers Johannes VIII, Westeuropa vor der „Türkengefahr“ zu warnen, wurden ignoriert. Als die Belagerung begann, bat Kaiser Konstantin XI. von Konstantinopel Europa um Hilfe. Es kamen 700 Mann. 7000 Verteidiger standen gegen 150.000 Eroberer. Konstantinopel wurde durch die Dummheit und Sorglosigkeit Europas verloren. Die Türken gewannen immer weiter an Boden, bis sie vor Wien standen. Ein verzweifelter, grausamer Abwehrkampf unter Aufbietung aller Kräfte rettete Europa unter großen Opfern davor, überrannt zu werden.

Genau gesagt fokussiert sich der Beginn des neuen, osmanisch-islamischen Zeitalters mit all seinen Veränderungen im geschichtlichen Moment der Umwidmung und Umgestaltung der großen Hauptkirche des Christentums, der Hagia Sophia (heilige Weisheit) zu einer Moschee. Nach der blutigen und grausamen Eroberung durch die Osmanen wurden aus der Hagia Sophia, dem „Zentrum der christlichen Welt“, alle christliche Insignien, die gesamte Inneneinrichtung und die Glocken der Hagia Sophia zerstört, entfernt oder wurden mit Kalkputz überdeckt. Die Hagia Sophia wurde zum Zentralheiligtum, zur Hauptmoschee der Osmanen. Sie wurde zum Symbol des Sieges über die Christenheit. Der Mittelpunkt der Welt der Christen war in muslimischer Hand. Diese Eroberung und Umwandlung zur Moschee ist für den Islam so bedeutungsvoll, daß die bauliche Gestaltung der Moscheen sich fortan an dem wuchtigen Kuppelbau der Hagia Sophia mit den schlanken, hohen Eck-Minaretten orientierte.

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Die Hagia Sophia – das Zentrum der Christlichen Welt. Bild: Wikimedia commons, Arild Vågen, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Hagia Sophia war die Krönungskirche aller byzantinischen Kaiser (seit 641), sie thronte über allen anderen Kirchen als Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Sie ist ein Ort, der Geschichte und Weltenläufe gesehen hat und in ganz besondererer Weise ein Symbol der Christlichen-Oikumene, der Ideen-Geschichte des Christentums und der abendländische Kultur. Trotz des Aufstiegs Roms als Zentrum der katholischen Kirche, blieb die Hagia Sophia auch während des gesamten Mittelalters ein universelles, christliches spirituelles Zentrum. Hier stand der „Omphalion“ (der Nabel der Welt), dieser Ort war die Mitte der Erde. Die Symbolkraft dieser Kirche ist auch heute noch – insbesondere für die orthodoxe Christenheit – von höchster Bedeutung.

In allen orthodoxen Kirchen wird auch heute noch täglich dafür gebetet, daß die Hagia Sophia wieder zur christlichen Kirche werde.

Wladimir Putin ist ein gläubiger, orthodoxer Christ und Unterstützer der orthodoxen Kirche.

Und Putin kündigt hier nichts weniger an, als die Rückeroberung Konstantinopels für die Christenheit.

Als orthodoxer Christ kennt Wladimir Putin auch die Weissagungen des griechisch-othodoxen Heiligen, Pater Paisios.

Zur Zeit baut sich genau das Szenario auf, das dieser Eremit und Seher, auch Einsiedler-Mönch vom Berg Athos genannt, vorausgesagt hat:

„… Der Streit wird eskalieren, wenn Griechenland die 6-Meilen Zone vor seinen Küsten zu einer 12-Meilen Zone erweitert. Dann steht der Ausbruch des Krieges kurz bevor. Die Türkei wird beim Angriff auf Griechenland fast die gesamte Flotte verlieren, aber auf Land werden sie in Richtung Thessaloniki vorstoßen. Die Stadt Xanthi muß komplett wieder aufgebaut werden. Am Anfang wird es aussehen, als ob die Türkei an jeder Front siegen wird. Die Türkei wird Krieg gegen Israel führen. Die Türkei wird Krieg gegen Rußland führen. Rußland wird die Türkei völlig vernichten. Ein Drittel des Landes geht an die Armenier, das zweite Drittel geht an die Kurden und das letzte Drittel werden die Russen an die Griechen geben – nicht weil sie wollen, sondern sie werden es müssen. Istanbul wird wieder in griechische Hände kommen und wird wieder zu Konstantinopel.

Die Europäer und die Amerikaner werden sich aus dem Konflikt zunächst raushalten. Aber nachdem immer mehr russische Streitkräfte und die russische Marine über das Schwarze Meer in Richtung Süden kommen, werden die westliche Mächte unruhig. Die Russen vernichten die Türkei und halten ihren Vormasch vor den Toren Jerusalems. Sie werden diese Zone 6 Monate lang besetzen. Die europäischen Staaten Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Spanien, Italien und andere sowie die USA geben den Russen ein Ultimatum, sich von Israel zurückzuziehen. Das Ultimatum verstreicht, und die Russen ziehen sich nicht zurück. Das Mittelmeer füllt sich mit Flotten aus allen Nationen. Rußland fällt in Europa ein.

Literatur: Das Buch der Wahr- und Weissagungen, fünfte verbesserte Auflage von Wilhelm Clericus, mit kirchlicher Druckgenehmigung, Regensburg 1920, Verlagsanstalt G. J. Manz, Buch- und Kunstdruckerei A.-G., München-Regensburg, Hieraus:

Seite 260: „Die Slaven werden sich wieder vereinen und ein eigenes katholisch-slavisch-abendländisches großes Reich bilden, um die Türken aus Europa zu verjagen. In Konstantinopel wird der Halbmond verschwinden und das Kreuz verehrt werden. Die christliche Religion wird sich von daher über alle Länder verbreiten. Viele Grausamkeiten werden verübt werden und schreckliche Landplagen diese Länder heimsuchen.“

Seite 261: „Die aus Europa vertriebenen Türken werden sich in Afrika festsetzen. Jerusalem wird die Königstadt werden und Heil und Segen wird diese Länder dann beglücken. Der König von Ägypten wird sterben und diese Länder dann die Wohltaten von Jerusalem empfangen.“

Es gibt in den christlich-orthodoxen Ländern noch eine Weissagung: Wenn die Engel wieder in der Hagia Sophia erscheinen, wird es nicht mehr lange dauern, bis sie wieder eine christliche Kirche wird.

Restauratoren haben 2010 bei Arbeiten in der Hagia Sophia unter dem Putz und einer Metallmaske überraschend Abbild eines Engels freigelegt, die anderen drei Engel sollen noch sichtbar gemacht werden:

Dieser Seraph erschien, nachdem schadhafter Putz entfernt wurde. Bild: Wikimedia commons, Beate Paland, CC BY-Sa 3.0 Aus einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hierzu: „Und wo hatten die Engel sich versteckt, all die Jahre? Am 28. Mai 1453 feierte das Volk von Byzanz, erfüllt von großer Furcht, seine letzte Messe in der Hagia Sophia. Am Tag darauf ritten die Osmanen in die Stadt. Ein neues Reich war geboren. Sultan Mehmets erster Weg soll der zur Hagia Sophia gewesen sein, er ließ sie zur Moschee weihen. Ihren Namen durfte sie behalten, sogar die meisten Mosaike – nur wurden die in den nächsten Jahrhunderten überdeckt und zugepflastert.“

Die Hagia Sophia ist heute ein Museum. Die Bedeutung, die sie für den Islam und die Nachfahren der Osmanen hat, ist ungebrochen. Es gibt eine starke Bewegung. die fordert, den Bau wieder zur Moschee zu machen. Die Begründungen bestätigen die historische Bedeutung und die spirituelle Schicksalskraft der Hagia Sophia:

„Nun wollen Islamisten sie wieder ganz für sich haben. Seit vergangenem Jahr werden die Stimmen immer lauter, die die Hagia Sophia zurückverwandeln wollen in eine Moschee. Der Hauptprediger der benachbarten Blauen Moschee forderte das, ebenso wie zwei Jugendorganisationen: die nationale türkische Studentenunion (MTTB) und die Anatolische Jugendvereinigung (AGD). [ … ] Und ihr Vorsitzender sagte, man wolle „die Ketten der Hagia Sophia sprengen“. Sie sei „ein Symbol der islamischen Welt und für die Eroberung Istanbuls. Ohne sie ist die Eroberung unvollständig, und wir sind darin gescheitert, das Vertrauen von Sultan Mehmet zu ehren“. Mehmet hatte Istanbul erobert und in seinem Testament festgeschrieben, dass die Hagia Sophia „bis zum letzten Tag“ eine Moschee bleiben solle. [ … ] Der Kampf um die Hagia Sophia zeigt auch, wie sich die politischen Ideale und Sehnsüchte im Land verändert haben. Die republikanische Ideologie Atatürks gerät ins Hintertreffen, neue nationale Blaupause für viele in der Türkei ist das Osmanische Reich. Darin verbinden sich strenge Gläubigkeit und imperiales Selbstbewusstsein. Eine ideale Mischung für die neuen islamischen Eliten, die mit der Partei des Premiers Recep Tayyip Erdoğan in den vergangenen 13 Jahren immer mächtiger und lauter geworden sind. “

Quelle: Zeit Online, 7. Juni 2014: Der Sultan hat es so gewollt, Kirche, dann Moschee, jetzt Museum – und bald wieder Moschee? In Istanbul kämpfen Islamisten um die berühmte Hagia Sophia. Sie sehnen sich nach dem Osmanischen Reich.